Seltsame Ansichten von Hundeexperten über Aussies

Dabei
31 Okt 2012
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#1
Ich stolpere in letzter Zeit so oft über fragwürdige Ausagen von bekannten Verfassern von Hundefachliteratur und möchte das mal hier zu einem Thread machen.

Mich wundert nicht das man dann teilweise mit Bewegungsjunkies zu tun hat, die nicht abschalten können, permanent unter Strom stehen...

Also hier mal zu der öfters gestellen Frage woher eigentlich die ganzen Vorurteile kommen - sie kommen unter anderen von Fachleuten.

[...] Und wundern sie sich nicht, wenn Ihr acht Monate alter Australian Shepherd zwei Stunden lang draußen gelaufen ist, eine halbe Stunde schläft und dann beim Aufwachen Ausschau hält, was er als Nächtes tun kann.
Dazu würde er gezüchter. Er wird vor Energie so sprudeln, bis er mindestens drei Jahre alt ist, also schaffen Sie ihm Möglichkeiten diese Energie loszuwerden. (Schauen Sie mich nicht so an, ich habe Ihnen nicht dazu geraten, sich einen Hütehund anzuschaffen!)

Aus: "Waldi alleine zuhaus - Wenn Hunde Trennungsangst haben" von Patricia B. McConnell



[...] Hütehundschläge sind groß in Mode. Doch der Umgang mit dem arbeitswütigen Border Collie, Australian Shepherd und Co. ist nicht für jeden Hundefreund einfach.

Aus:"Verhaltensbiologie für Hundehalter" von Udo Ganslosser



Im weiteren Verlauf rät er auch Hütehundhalter zu einem ausgeklügelten Beschäftigungsplan.

Also natürlich mag ein Aussie auch mal rumflitzen und sein Köpfchen einsetzten, doch das wollen viele andere Rassen auch. Man bekommt den Eindruck in der Literatur vermittelt - wenn der Hüttehund ist unerzogen ist, schnell her mit dem Vollzeit-Auslastungprogramm. Dann ist alles gut.

Und diese ständig thematisierte "Auslasten, Auslasten, Auslasten" finde ich höchst problematisch, genauso ständig darauf hinzuweisen dass Hütehundrassen "arbeitswütig" sind. Nichts gegen gute Auslastung, doch "arbeitswütig"?

Es gibt viel wichtigere Themen, die im Forum immer wieder zur Sprache kommen (Ruhe lernen, Langweile aushalten, Frust- und Impulskontrolle, Wach- und Schutzinstinkt... und das sind Themen die viele Hunderassen betrifft und sicher nicht nur die Hüti's)

Außerdem wird der Begriff "Arbeitshund" so verwendet, als ob Arbeitshunden IMMER und 24h am Tag ihrer Arbeit nachgehen. Ich kenne in meinen Umkreis einige "richtige" Arbeitshunde und die meiste Zeit passiert gar nix - egal ob Hütehund, Jagdhund und Herdeschutzhund. "Auslastung" ist ein kleiner (und ja, sicher ein wichtiger) Teil ihres Lebens und sie verwüsten trotzdem nicht das Haus.
 
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Dabei
19 Jul 2013
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#3
Ich finde es traurig, dass "Fachleute" falsches Wissen vermitteln. Aber das ist ja nicht nur bei Australian Shepherds o.ä. der Fall… wenn man sich so manche Meerschweinchen oder Hamsterbücher etc. anschaut, was dort alles vermittelt wird… das geht von "Kaninchen brauchen nicht unbedingt einen Artgenossen, ein Meerschweinchen als Partner reicht aus" bis zu "Ihr Hamster wird große Freude haben, sich in den Plastikgängen auszutoben" …

Womöglich sollte man selber ein Buch schreiben, um den Falschinformationen entgegen zu wirken :(
 
Dabei
30 Jul 2012
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#4
Yuki ich kann dir da leider auch nur voll und ganz zustimmen! Zumal ich die Bücher von Gansloßer wirklich gerne lese und weiterempfehle aber solche Passagen gehen gar nicht :(
 
Dabei
31 Okt 2012
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#5
Genauso geht es mir auch, Lisa - ich empfehle z.B. hier öfters das Buch über Kastration von Gansloßer und schätze es sehr. Ebenso hab ich gerne McConnell's Bücher gelesen und diese zwei Experten sind ja nur ein Beispiel. Ich finde generell findet man in der Fachliteratur ein Bild vom Australian Shepherd, das ich so nicht teilen kann. *zur Emma rüberschiel, die heute fast den ganzen Tag verschlafen hat und genüsslich vor sich hin grunzt* :D

... wenn man sich so manche Meerschweinchen oder Hamsterbücher etc. anschaut, was dort alles vermittelt wird… das geht von "Kaninchen brauchen nicht unbedingt einen Artgenossen, ein Meerschweinchen als Partner reicht aus" bis zu "Ihr Hamster wird große Freude haben, sich in den Plastikgängen auszutoben" …
Mich wundert das Kaninchen und Meerschweinchen noch immer als passender Partner empfohlen wird...! Als ich Kind war wurde das auch viel in einschlägiger Literatur empfohlen, doch ich dachte inzwischen ist das in der Fachliteratur berichtigt worden. :( Und auch diese bunte Plastikkugeln, in den Hamster quer durchs Kinderzimmer geschossen werden... Darüber darf ich gar nicht nachdenken, doch stimmt - eine Freundin hat mir neulich erst erzählt das Hamster in Plastikkugeln einzusperren als perfekte "Auslastung" in einem aktuellen Hamster Ratgeber beschrieben wird.
 
Dabei
12 Jan 2014
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#6
Vorallem verunsichern solche Aussagen auch viele Aussiebesitzer. Vielleicht können diejenigen von euch, die schon länger Aussies haben dazu beitragen dass mit den Vorurteilen etwas aufgeräumt wird. Vielleicht gibt es hier schon so einen Thread und ich hab ihn übersehen, aber ich würde es toll finden wenn jeder einfach mal so schreiben würde wie der Alltag mit seinem/n Aussie/s so aussieht und ob es dem Hund gerecht wird.
Meine ist erst knapp ein halbes Jahr, aber wenn ich solche Passagen lese, frage ich mich auch schon, was muss ich alles "bieten" damit mein Hund glücklich und zufrieden ist. Meist hört man von denen die KEINEN Aussie haben oder kennen "oh je da musst du aber viel auffahren um den Hund gut auszulasten". Hier wiederum liest man öfters auch, dass ihre Hunde auch ohne Schafe, Agi, Frisbee oder ähnlichem zufrieden sind. Ausgedehnte, interessante Spaziergänge und Kopfarbeiten scheinen doch einigen auch zu genügen.
Von daher würde mich wirklich mal interessieren wie der Alltag mit älteren Aussies bei euch aussieht.
Falls es schon so einen Thread gibt bitte verschieben :)

LG
Simone
 
Dabei
15 Sep 2013
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#7
Ich kann mich allen nur anschließen! Als feststand, dass es bei mir ein Aussie werden soll, habe ich von allen Leuten immer das selbe gehört "der macht unendlich Arbeit, der muss 20 Stunden beschäftigt werden, das sind hyperaktive Terrorhunde, du übernimmst dich maßlos etc."
Da ist man zunächst erstmal total verunsichert. Aber eben, solche Aussagen bekam ich nur von Leuten, die nichtmal einen Hund haben oder sich anderweitig irgendwie mit der Thematik auseinander gesetzt haben... Dass aber selbst Fachleute dieses Bild des Aussies weiter verbreiten ist echt schade. Man ist so versessen drauf alles richtig zu machen, den Hund auszulasten und erzieht sich genau so ein Tier heran, was diesem Ruf des Aussies entspricht. Ein total bescheuerter Teufelskreis :(
Ich bin so froh über dieses Forum, ihr leistet dahin gehend so gute Aufklärungsarbeit, was natürlich auch schon Früchte getragen hat, denn hier sind ja durchaus einige Sofa Aussies zu finden :)
Aber auch jeder gute Züchter räumt mit diesen Vorurteilen auf und klärt einen genau auf, was Auslastung heißt und worauf man achten soll. Meine hats zumindest gemacht und mir einiges an Angst bei der großen Aufgabe erster eigener Hund genommen :)
Ich hoff ich bin nicht zu sehr abgeschweift das kam alles so raus gesprudelt :D
Lg Franzi
 
Dabei
7 Sep 2012
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#9
"Er wird vor Energie sprudeln bis er mind. 3 Jahre alt ist..."

Klar u. danach verfällt er in einen komatösen Tiefschlaf u. liegt nur noch auf dem Sofa... Kopfkratz... Ich glaube, ich mache irgendwas mit meinen Hunden falsch...
 
Dabei
31 Okt 2012
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#10
"Er wird vor Energie sprudeln bis er mind. 3 Jahre alt ist..."

Klar u. danach verfällt er in einen komatösen Tiefschlaf u. liegt nur noch auf dem Sofa... Kopfkratz... Ich glaube, ich mache irgendwas mit meinen Hunden falsch...
Wie? Deine Hunde bewegen sich auch mit 3+ noch? :D Ja, ich hab mir das selbe gedacht... Auslasten rund um die Uhr bis der Hund 3 Jahre ist, danach ist er dann gaaaanz von alleine tiefenentspannt....
Und wenn ich denke vonwegen Energie... Die drei BC von meine Freund (Schafbauer) sind alle 3+ und haben so einen Power und Energie - aber halt zum richtigen Zeitpunkt.
 
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Herbsel

BARF Gläubige
Dabei
28 Jan 2013
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#11
Ich finde das Wort "Arbeitswütig" auch echt blöd formuliert.
Wer Border Collies schon mal an Schafen gesehen hat, dem geht das Herz auf und da weiß man wirklich wozu der BC geboren und gezüchtet wurde. Das heißt doch aber lange nicht, dass die Hunde das 24 h am Tag brauchen und einfordern?
Bei einem Schäfer wird doch nicht 3x am Tag die Herde bewegt, sondern nur alle paar Tage mal. Da können dann die Hunde arbeiten und sind aber mit den Pausen auch glücklich. Wenn man dem Hund eine Aufgabe gibt, und das brauchen Aussies, dann sind sie damit glücklich. Und ich hoffe mal, dass ich mit Rodney, wenn wir (irgendwann in ferner Zukunft) die Rettungshundeausbildung bestehen, dann nicht jeden Tag Menschen aus Trümmern schleifen muss nur um ihn auszulasten :rolleyes:

Vielleicht machen die Autoren das aber auch ganz bewusst so, wollen damit abschrecken? Immerhin wird der Hütehund immer mehr zum Modehund....
 
Dabei
12 Dez 2012
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#12
Vielleicht machen die Autoren das aber auch ganz bewusst so, wollen damit abschrecken? Immerhin wird der Hütehund immer mehr zum Modehund....
Hab ich auch schon überlegt, aber solche Bücher lesen ja nicht nur potentielle Interessenten. Nein, ich denke die meisten, die solche Bücher lesen, haben bereits einen Hund. Und wenn man dann eben schon einen Hütehund hat und diesem "arbeitswütigen" Hund versucht dann in der beschriebenen Form "gerecht" zu werden - na, dann Prost Mahlzeit.
Auch, wenn man sich den Titel der beiden Bücher ansieht, richten die sich ja eindeutig an Schon-Hundehalter. Es sind ja keine "Welche Rasse passt zu mir?"-Ratgeber.
 
Dabei
7 Feb 2013
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#13
hm, die Aussage vom Ganslosser ist wirklich nicht optimal, dennoch ist er aber schon der Meinung dass ein Hund auch mal Pause braucht.
und ansonsten find ich ihn auch einfach super ;) v.a. das letzte Seminar war super! :) (wobei mich das mit dem "Auslasten" schon stört....)
 
Dabei
12 Dez 2012
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#14
Ich war gerade zufällig auf der Seite vom Rütter und da steht es sehr ähnlich. Ich will jetzt nicht darüber diskutieren, ob Rütter "gut" oder "schlecht" ist, aber er ist auf jeden Fall bekannt.

Das Agilitytraining zweimal die Woche wird einen Hütehund nicht auslasten – zweistündige Spaziergänge ebenso wenig. Auch bei der Ausbildung zum Rettungshund gibt es Tage, an denen kein Training stattfindet, an welchen ein solcher Hund aber ebenso beschäftigt werden möchte.
[...]
Um einen Hütehund auszulasten ist daher vom Mensch jede Menge Kreativität und Einsatz gefragt! Nicht nur in den ersten Lebensjahren des Hundes, sondern ein Hundeleben lang – eine Aufgabe, die es in sich hat.
Ist aber nicht von ihm selbst verfasst, Quelle *klick*
Ich fürchte das große Problem ist einfach, in so einer Darstellung die richtige Balance zu finden zwischen Auslastung und Ruhepausen. Leider entscheiden sich die meisten dazu immer nur die Auslastung zu betonen und vergessen, wie wichtig Ruhepausen sind. :(
Eventuell ist ja auch der Hintergrund, dass solche Trainer meist einfach mit unterforderten Hüthunden konfrontiert werden und daher betonen, wie sehr diese ausgelastet werden müssen? Vielleicht fallen die überforderten nicht so auf, bzw. stehen halt sich völlig ins Koma kläffend auf irgendeinem Hundeplatz, landen aber nicht beim Trainer? So dass das Bild von Trainern über Hütehunde einfach ein anderes (verzerrtes) ist?
Es wird ja eigentlich nicht das Ziel von Hundeexperten sein, die Leute dazu anzuleiten ihren Hund unangebracht zu halten :rolleyes:

Da aber auch schon genannt wurde, dass dieses Auslastungsdingens immer nur auf Hütehunde bezogen wird. Ich denke das hat zwei Gründe: Erstens fällt es uns mehr auf, weil wir selbst Hütehunde haben und zweitens sind Hütehunde eventuell doch mehr in Mode als Jagdhunde (?). Habe natürlich keine Studien dazu, aber scheint ein bisschen so. Wahrscheinlich liegen die Probleme bei Jagdhunden auch einfach anders?
Gestern auf dem Mantrailing-Vortrag hatten die Jagdhund-(Mischlings)-Besitzer zumindest alle Probleme mit dem Jagdtrieb ihres Hundes.
 
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Dabei
27 Jul 2012
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#15
Was für bescheuerte Ansichten... Aber vielleicht halten solche Sprüche davon ab den ach so süßen Welpen zu kaufen... Das wird wohl der einzige Vorteil an der Sache sein...
Ich finde sowas schrecklich.
Als Diaz damals bei uns einzog kamen und auch jetzt noch kommen so viele bekloppte Sprüche, was wir uns damit antun, den müssten wir ja 4-6 Stunden am Tag mindestens beschäftigen und wir hätten ja kein Leben mehr mit so einem Hund. Sieht man ja jetzt was für ein energiegeladener, hyperaktiver Hund er ist! ;)
Schrecklich.
 
Dabei
12 Jul 2012
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#17
Vorallem scheren die alle hütehunde über einen kamm. Ich hab noch einen bobtail. Der geht 2x täglich spazieren und dannschläft er. komme ich malauf die Schnapsidee etwas mit ihmmachen zu wollen zeigt er mir nen vogel. Der hat überhaupt keine lust zu irgendwas. Unsere 2 bobs davor waren genauso. Es sind beides hütehunde aber unterschiedlicher könnten sie nicht sein
 
Dabei
1 Okt 2012
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#18
Eben bei Martin Rütter: Wenn man mit einem Border Collie 3 Stunden spazieren geht ist er langsam warm für das Training.

Bis auf die Aussage finde ich die Sendung bei RTL ganz lustig. :)
 
Dabei
12 Jan 2013
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#19
ist wieder hundeprofi??

boah ne wenn sowas schon im fernsehen läuftf,braucht man sich nicht zu wundern,das alle ihre hunde total aufpuschen!!!!
 
Dabei
1 Okt 2012
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#20
Ne, es kommt Martin Rütter Live - Der tut nix.
Aber ich meine grade solche Leute sollten doch über die artgerechte Auslastung Bescheid wissen..
 
Dabei
9 Feb 2011
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#21
Eben bei Martin Rütter: Wenn man mit einem Border Collie 3 Stunden spazieren geht ist er langsam warm für das Training.

Bis auf die Aussage finde ich die Sendung bei RTL ganz lustig. :)
Naja, wenn man NUR spazieren geht hat er doch recht, oder? ^^ Also reines, entspanntes Laufen
Abgesehen davon ist das ja ein Comedy Programm und sowieso sehr überspitzt - denk man an die Sache mit dem Basset ^^
Ich fand das auf jeden Fall sehr lustig :)
 
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