Wie viel Action für den Junghund(Tagesablauf)

Dabei
6 Mrz 2018
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#1
Hi ich heiße Flo und habe ein paar fragen wegen meinem Aussie Rüden Sky.
Sky ist 8 Monate alt und seit 3 Wochen bei mir.

Ich habe jetzt schon mehrfach gelesen das man mit einem Junghund nicht so viel über den Tag machen sollte. Man sollte in den ersten 1 - 1,5 Jahren eher weniger mit ihm machen, damit er nicht zu fordernd wird.
Inwieweit stimmt das ?

Wie sieht/sah eurer Tagesablauf aus?


Möchte gerne einen ausgeglichenen glücklichen Hund haben der nicht dauernd unter Strom steht weil ich Zuviel mit ihm gemacht habe.

schon mal Danke von mir und Sky für die Antworten


LG Flo & Sky
 
Dabei
27 Feb 2017
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#2
Hallo Flo,
ich bin derzeit mit der Auslastung am absolut unteren Rand der Skala. Dobby hatte vor 5 Wochen eine Kreuzband-OP. Diese Woche sind wir bei 3x15 Minuten spazieren gehen pro Tag, nächste sind es dann 3x täglich 20. In der Hundeschule waren wir seit 6 Wochen nicht mehr. Er geht nur an der Leine, Hundekontakt ist nur aus der Ferne möglich. Er darf nicht springen, nicht toben, nicht rennen. Absolute Schonung eben...
Das ist wie gesagt das absolute Minimum, damit geht es ihm (vom Kopf her) nicht sonderlich gut. Aber es muss sein, damit sein Bein wieder gut wird, und er akzeptiert es auch meistens. Waum ich Dir das so erzähle? Weil er trotzdem (abgesehen von seinen verrückten 15 Minuten pro Tag) unglaublich viel schläft und sich erholt - wie es im Moment auch sein soll. Die Erfahrung, die ich daraus ziehe ist, man kann eigentlich nicht zu wenig machen, wenn man dafür sorgt, dass sich der Hund grundsätzlich wohl bei einem fühlt.

Bevor Dobby geschont werden musste, hatten wir zweimal die Woche Training - einmal Mantrailing, einmal Junghundekurs. Außerdem sind wir täglich drei- bis viermal spazieren gegangen, einmal davon etwa eine Stunde lang (kein strammes Gehen, sondern viel Schnuppern, ab und an mal Suchspiele, zwischendurch ein bisschen Training - Rückruf, Bleib und ähnliches). Die anderen Spaziergänge waren sehr viel kürzer, nur zum Pipi machen raus (oder Hin- und Rückweg zur Arbeit, das ist nicht ganz ein Kilometer, er ist aber nicht täglich dabei). Etwa einmal pro Woche hatte ich ihn in der Hundetagesstätte, da hat er sich den Tag über mit den anderen Hunden ausgetobt und am Abend (und meist auch am nächsten Tag) war Langeweile angesagt. Zwischendurch ab und an mal ein bisschen Training (Kopfarbeit in Form von Suchspielen während der Spaziergänge oder zu Hause Leckerlis verstecken oder Gehorsamkeitstraining), da mache ich aber eher zu wenig als zu viel.

Dobby ist halt überall dabei, im Restaurant, bei Geburtstagen, auf der Arbeit, im Bus, auf dem Street Food Festival. Das ist für mich Training genug. Und damit hat er auch genug zu tun. Heute saßen wir eine Stunde am Rhein. Haben nur die Sonne genossen und alles um uns herum beobachtet. Dazu einmal der Weg von und zur Tiefgarage durch die Stadt und mein Hund ist platt. Dafür wird der Tag morgen wieder ruhiger, er wird den Tag im Büro verbringen.
Meine Meinung: Mach Dir nicht so einen Kopf. Ja, ein Aussie braucht Auslastung, aber es ist auch nur ein Hund. Und Deiner ist noch ein Junger, der genug damit zu tun hat, alles um ihn herum zu lernen und aufzunehmen und vor allem sich selbst kennen zu lernen. Und wenn er noch so frisch bei Dir ist, solltet Ihr erstmal zum Team zusammenwachsen und vor allem Spaß miteinander haben.

Das Ganze aber ohne Gewähr: Dobby ist mein erster Hund, ich berichte hier nur, was ich in den letzten acht Monaten gelernt und erlebt habe. Dir werden sicher noch "alte Hasen" antworten, die sich viel besser mit Aussies auskennen und Dir wesentlich kompetenter antworten können. :eek:
 
Dabei
3 Apr 2016
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#3
Ich habe es bei allen Hunden die ich hatte ( 4 mischlinge und 2 aussies) immer so gehalten , das Herr oder Frau Hund als erstes das Kommando „Platz“ und „ warten“ lernten . Es gibt bei uns grundsätzlich Zeiten mit Aktivität und Zeiten mit Ruhephasen . Bisher hat das immer funktioniert und uns wertvolle Dienste geleistet .

Ich denke ein Hund (egal , welche rasse) die Gegebenheiten akzeptieren sollte , auch wenn es mal etwas langweiliger ist . Bei meinen war es nie ein Problem , das der Hund auch mal 1/2 /3 Tage ohne große Party überlebt . Es gibt heute einen großen 3 Stunden Ausritt mit Hund und morgen eben „nur“ die gassigänge ohne großes Tohuwabohu...
 
Dabei
6 Mrz 2018
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#5
Schon mal Danke für die Antworten.
Unser momentaner Tagesablauf sieht ungefähr so aus

Morgens: ne kurze pinkelrunde 10 min ca.
Vormittags/mittags: ca 30 min gassi gehen
Nachmittags/Abends: Spaziergang ca 60 min oder auf na Wiese mim Ball spielen
Abends: manchmal noch ne runde mit seinem Hunde Kumpel draußen spielen lassen
Abends vorm schlafen gehen: nochmal ne pinkel Runde ca 10-15 min

Ich gehe ein zwei mal die Woche auf die Hundewiese mit ihm, damit er mit anderen Hunden toben kann.

Ist das schon zu viel für den, oder noch im Rahmen ?


Lg
 
Dabei
7 Okt 2014
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#6
Statt nur Gassi zu gehen und ihn mit dem Ball zu beschäftigen, würde Ich etwas suchen, was ihn von Kopf her fordert und fördert .
Und den Ball ehrlich gesagt ganz schnell verschwinden lassen, Aussies reagieren eh stark auf Bewegungsreize und Bällchen werfen geht da ganz schnell nach hinten los.
 
Dabei
6 Jul 2017
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#8
Nanouk, unser jüngster von drei Aussies ist etwa einen Monat älter als Sky. Unser Tagesablauf ist schwer zu beschreiben - er ist sehr unterschiedlich, immer daran angepasst, wie viel Action am Vortag oder zwei Tage vorher war. Ich werde mal den gestrigenTag beschreiben. (ergänzend zur Info: Am Samstag hatten wir Hundeschule. Sonntag und Montag und haben wir nur kleinere, entspannte Spaziergänge gemacht und die nötigsten Kommandos verlangt wie z.B. Rückruf. Ansonsten haben wir nur mit einander gespielt und gekuschelt)

6 Uhr: raus zum Lösen, ca. 10 Minuten
12 Uhr: Spaziergang zu einer angespülten Sandbank am Fluss, reine Wegstrecke ca. 25 Minuten, am Sandhaufen haben wir uns 15 Minuten lang aufgehalten, mit buddeln, spielen und beobachten
Nachmittags begleitet Nanouk mich drei Tage in der Woche ins Büro, so auch gestern.
17:30 Uhr: Spaziergang rund 20 Minuten
21:30 Uhr raus zum Lösen, ca. 10 Minuten
 
Dabei
7 Okt 2014
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#9
Ilai ist jetzt 16 Monate, mit acht Monaten habe ich ihn durchaus schon auf längere Spaziergänge mit dem Großen mitgenommen , auch durchaus mal zwei Stunden.
Im Herbst waren wir oft Pilze sammeln, da sind wir dann kreuz und quer durch den Wald über mehrere Stunden.
Dann ging es zusätzlich halt nur noch zum Lösen raus und sonst fand nichts statt.
Einmal in der Woche war Hundeschule, einen Tag kam er mit zur Verwandtschaft.
Wir haben schon die Grundlagen fürs Obedience geübt und ganz langsam mit Tricksen angefangen.
Kurze Einheiten, insgesamt nur wenige Minuten und nicht täglich.
Auf die Spaziergänge habe ich immer mal Suchspiele mit eingebaut oder Unterordnung geübt, außerdem hat Ilai natürlich viel mit dem Althund getobt oder mit anderen Hunden.
Wenn die längeren Spaziergänge mal flach fielen, gab es zuhause irgendein Intelligenzspiel, bei dem er sich das Futter erarbeiten konnte .
Und manchmal passierte auch mal rein gar nichts, auch zwei Tage hintereinander.
Dann wurde viel geschlafen.
Im Grunde mache ich heute gar nicht viel mehr mit ihm, die Übungen sind einfach etwas anspruchsvoller geworden und die Einheiten länger.
Wir arbeiten alle paar Tage mal mit dem Dummy, aber nie sonderlich lange.
Außerdem nehme ich ihn mittlerweile oft mit, auch im Bus oder mal zu Fuß zur Apotheke oder so, das sind dann Situationen, wo er die meiste Zeit an der Leine läuft und auch mal irgendwo warten muss und die ihn mehr anstrengen, als normale Spaziergänge.
An solchen Tagen passiert zusätzlich nichts mehr, außer dass wir wirklich nochmal körperlich toben, damit er den Stress vom konzentrierten Laufen los wird.
Und alle paar Tage gehe ich mit den Hunden einfach mal für eine Stunde oder länger auf eine Wiese und lasse sie machen oder es fliegt tatsächlich mal ein Ball, aber mehr zur Impulskontrolle und nicht zum müde machen.
Im Sommer wollte ich eventuell richtig ins Obedience einsteigen und/oder ihn mal beim Agility testen und irgendwann darf er mal an die Schafe der Züchterin, um zu schauen, ob er da Talent mitbringt.

Ich denke, Quantität ist immer zweitrangig, es kommt auf die Qualität an.
Der Kopf möchte was zu tun haben, ein junger Hund muss aber auch einfach mal ohne Leine flitzen dürfen.
Deshalb gab und gibt es hier immer Spaziergänge , auf denen ich meine Hunde einfach nur laufen und schnüffeln lasse, aber auch regelmäßig welche, bei denen ich zwischendurch immer wieder bereits Gelerntes abfrage und festige.
Immer nur laufen, mal einem Ball hinterherrennen und zwischendurch ein Kong wäre sowohl ihnen als auch mir langfristig zu öde.
 
Dabei
6 Jul 2017
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#10
Immer nur laufen, mal einem Ball hinterherrennen und zwischendurch ein Kong wäre sowohl ihnen als auch mir langfristig zu öde.
Da stimme ich Finnie Pooh voll und ganz zu: Neben dem wöchentlichen Training in der Hundeschule habe ich inzwischen angefangen mit Nanouk zu clickern. Auch der Schnüffelteppich und Intelligenzspielzeuge kommen immer wieder mal abwechselnd zum Einsatz
 
Dabei
6 Mrz 2018
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#11
Klar da bin ich auch ganz auf eurer Seite.
Habe jetzt auch ein paar Sachen wie Intelligenzspielzeuge etc. bestellt.
 
Dabei
19 Jan 2017
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#12
Guten Morgen Flo, :)

zu erst: Wenn du nach Auslastung, Ausgewogenheit und Glück fragst, hast du das Gefühl er ist unzufrieden? Oder zeigt er Auffälligkeiten im Verhalten?

Ich finde es immer schwierig auf die Frage "ist es zu viel, oder zu wenig" eine Antwort zugeben. Nicht nur die Hunde sind sehr individuell, auch die Tagesabläufe und das Leben sind von jedem Forenmitglied speziell.
Ich könnte dir jetzt meinen Tagesablauf und Lebensweise mit meinen zwei Aussies beschreiben. Dann kommt das nächste Forenmitglied und schreibt einen weiteren Verlauf usw.
Mit der Qualität sehe ich es ähnlich. Was für uns Forenmitglieder vielleicht als qualitativ wertvolle Beschäftigung angesehen wird, ist für deinen Aussie vielleicht genau das Gegenteil.

Du kennst Sky am besten- was macht er gerne? Wo ist er gerne unterwegs (Wald, Felder)? Liebt er es durchs hohe Gras zu hüpfen? Was sind seine Lieblingsleckereien (Frischkäse, Obstpampe, Kartoffelpüree)? Ist er ein Hund der gerne mit der Nase arbeitet? Erlernt er gerne Tricks? Mit welchen Dingen spielt er gerne (das können auch Alltagsgegenstände wie Socken sein)? Geht er darin auf buddeln zu dürfen? Ist er ein Wasserhund? Die Liste kann beliebing fortgeführt werden. Bei jedem wird sie anders aussehen. Du kannst die Punkte auf der Liste unterschiedlich miteinander verknüpfen, oder sie einzeln in euren Altag einbauen.Wenn er den Kong toll findet, versuch ihn unterwegs mitzunehmen. Befühl ihn mit Lieblingsdingen. Verlager das Suchspiel, welches zu Hause stattfindet nach draußen- auf eure Spaziergänge. Wenn er Kongs und Suchspiele liebt, verbinde die zwei Elemente miteinander. Oder wenn er stöbern im hohen Gras liebt, versteck den Kong in einer hohen Wiese :) Wenn er das Spiel mit dem Ball liebt. Dann versuch es zu variieren. Sei für ihn nicht immer die Wurfmaschine, indem du das Bällchen monoton wegwirfst. Lass dir was einfallen, sei kreativ. Gib dem Ballspiel ein i-Tüpfelchen mit einer Sache die er noch gerne macht.:) Beobachte deine Fellnase. Woran hat er wirklich Freude und dann integrierst du diese Dinge abwechselnd in eure Spaziergänge- muss nicht täglich sein, damit die Spannung und Besonderheit bestehen bleibt. So fasst du viele Dinge zusammen, die seine individuellen Bedürfnisse befriedigen und ihn glücklich machen. Ich finde es immer wichtig aus der Sichtweise der Fellnasen zudenken und nicht was wir als Menschen toll finden. Das Tollste für uns, ist nicht immer das Tollste für den Hund.
 

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