..ich bin mit meinem Latein so langsam am Ende.

Dabei
13 Nov 2016
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#1
Hallo zusammen,

der ein oder andere hat ja schon so ein paar Dinge von mir und meiner jungen Hündin mitbekommen. Seit Anfang an ist es ja nicht so ganz einfach gewesen. Sowohl was das Verhalten angeht, als auch ihre Gesundheit.
Bevor ich aber mein Anliegen erkläre, möchte ich kurz zu die Vorgeschichte meiner Hündin erwähnen, welche mittlerweile fast 11 Monate alt ist.

Ich bin schon immer eher der "Tierschutztyp" gewesen. So bin ich auch damals auf meiner Border gekommen und hatte danach einige Erfahrungen mit Hunden aus dem Tierheim sammeln können. Diesmal wollte ich einen Welpen, welchen ich selber noch stark "beeinflussen" kann und viel selber in der Hand habe... Naja...das hat nur mittelmäßig funktioniert.
Kennengelernt habe ich meine Hündin mit 10 Wochen. Damals als sehr selbstständigen, neugierigen und aufgeschlossenen Hund. Nicht übertrieben und nicht der typische "ich renne als erstes zu den Menschen-Hunde".<--- falls ihr versteht was ich meine.
Damals sollte sie abgeholt werden, jedoch der Käufer ist kurzfristig abgesprungen und so war sie als letztes noch übrig. Ich wollte sie auch sofort nehmen, jedoch stellte sich plötzlich mein Vermieter quer (trotz mündlicher Absprache). Also musste ich absagen und sie suchte wieder einen neuen Besitzer.
Ich kümmerte mich in dieser Zeit um eine neue Wohnung in einer deutschen Großstadt (Wohnungsmarkt ohne Hund bereits eine Katastrophe). ...Tag und Nacht habe ich damals gesucht und dann endlich eine Wohnung gefunden, in welcher Hunde erlaubt sind.
Nun war es aber bereits so, dass meine Hündin in die Zucht gehen sollte. Also zog sie aus und kam in eine Art "Übergangszuhause".
Nach einigen Wochen kam dann der Anruf, dass ich die Hündin doch wieder haben könnte, da die "Co-Ownerin" abgesprungen wäre. Naja...nun also doch... ich fuhr hin und nahm sie mit, obwohl ich hier bereits einen völlig anderen Hund vor mir hatte. Völlig überdreht und total erschöpft. Zwei andre Würfe von ca. 6 Wochen waren damals auch bei der Besitzerin. Somit hatte sie nonstop Unterhaltung und in ihrer Sozialisierung somit auch viel Narrenfreiheit.
Aber egal, ich nahm sie trotzdem und wusste dass einiges an Arbeit anstehen würde.

Nachdem sie dann mit knapp 20 Wochen gut bei uns war, hustete sie seit dem ersten Tag. Es stellte sich schnell heraus dass es sich um einen Zwingerhusten handelte. Nachdem auch Medikamente keine Besserung brachten, wurde eine Endoskopie durchgeführt, eine Antibiogramm erstellt und auf ein sehr starkes Antibiotikum umgestiegen. Endlich war nach 3 Monaten kein Husten mehr vorhanden. Das hieß aber auch, dass sie drei Monate geschont werden musste und keinen Kontakt zu anderen Hunden in dieser Zeit hatte. Bis auf zweimal in der Wellengruppe.
Gut...nachdem sie dann ein gutes halbes Jahr alt war konnte es richtig los gehen...so dachte ich es mir. Zwischenzeitlich hatte sie immer mal wieder mit einer starken Bindehautentzündung zu kämpfen und aufgeschürften Pfoten... immer wieder eine Woche wo nichts ging. Zu allem Überfluss entzündete sich auch noch die Haut unter dem Verband, was eine schwere Entzündung zur Folge hatte. Wochenlang musste ich die Wunde auswaschen und sie dürfe nicht viel laufen.
Mittlerweile haben wir einen Termin für die HD/ED Untersuchung, da ihr Gang immer wackliger wird. Auch die Schilddrüse haben wir untersuchen lassen...ihre Werte waren zwar gering..aber noch in der Toleranz.

Alles in allem sehr unglücklich gelaufen...aber naja...Schnee von gestern...hoffentlich fällt die HD/ED Untersuchung auch gut aus.
Mittlerweile haben wir bereits einen nicht ganz kleinen 4 Stelligen Betrag für Tierarztkosten und nochmal einen guten 4 Stelligen Betrag für Trainingskosten aufgewendet.

Unsere Probleme waren von Anfang an Hundebegegnungen, überschwängliche Freude und Ruhe. Das mit der Ruhe haben wir durch konsequentes und andauerndes Training in der Wohnung sehr gut in den Griff bekommen. Ihr "Beiß-5Minuten" waren auch extrem und das habe ich noch nie so erlebt. Habe das aber mit viel "inneren Ruhe" und Einstellung hinbekommen. Draußen ist es aber nach wie vor nicht einfach, bzw. die Tendenz geht sogar nach unten. Riecht sie einen anderen Hund oder sieht diesen nur, ist alles vorbei. Sie springt wie wild in der Leine umher, bellt, fiepst, bekommt hochrote Augen und weiß nicht mehr wohin mit sich. Selbst frische Spuren von Hunden machen sie "verrückt". Kann man sich ungefähr wie mit einem Rüden und läufige Hündinnen vorstelle.
Wir haben viel versucht....aber alles hat keine Besserung gebracht. Impulskontrolle, Frustrationstoleranz, Ablenkung, Umlenkung, Alternativverhalten und positive Bestärkung von Ruhe. Aber es wird immer kurzfristig besser...das Gesamtverhalten aber schlimmer.
Wir haben ja auch eine kleine Odyssee an Hundeschulen hinter uns und haben nicht immer glückliche Erfahrungen gemacht.
Immer wieder bekommen wir zu hören: "Gut wie ihr das macht", "andere hätten schon längst das Handtuch geworfen" , "ganz toll dass du sie trotzdem genommen hast" etc. . Dabei will ich so etwas nicht von Hundetrainer hören, sondern Lösungen die funktionieren. Mitleid hat eher mein Hund verdient, welcher mit seinem Verhalten natürlich auch nicht "glücklich" sein kann und mindestens genauso viel Stress hat, wie ich.
Ihr Verhalten wurde immer als "Spitz auf andere Hunde" und "hat nie gelernt an der Leine ruhig zu sein" abgetan... meine Vermutung war aber eher, dass da ein ausgeprägter Hütetrieb auch eine Rolle spielt. Schließlich hatte sie in der Sozialisierung ja genug Objekte (Welpen) zum üben.
Am Kochende wurde ich dann auch in meiner Ansicht bestätigt.

Diese ganze Problematik hat aber auch große Einschränkungen zur Folge. Wir leben - wie bereits geschrieben -in einer Großstadt. Alle lassen ihre Hunde unkontrolliert rumlaufen. Ich bin also nur mit "rufen sie ihren Hund zurück" und abblocken beschäftigt...während mein Hund an der Leine durchdreht. Auf zwei gute Traingssituationen kommt dann meistens eine Negative.
Neben ihrem ausgeprägten Gütetrieb ist sie auch eine, welche nicht gerade auf den Kopf gefallen ist. (Ich vermenschliche jetzt mal bewusst). Sie hat relativ schnell raus, wie etwas funktioniert. Lenke ich sie an einem Tag mit dem Futterbeutel von einer Hundebegegnung ab, so weiß sie am nächsten Tag, wenn ich den Beutel auspacke...dass evtl. ein Hund in der Umgebung sein könnte und scannt die Umgebung ab...interessiert sich dabei 0 für den Beutel (das gleiche gilt für Wurst, Käse, Zerrspiele etc.)
Hierdurch hat sie auch schnell die Lust am Spiel verloren. Apportieren interessiert sie nur noch dann, wenn sie will..Zerrspiele ebenso...sie macht dann eben ihr Ding! Für dumm verkaufen? pf...von wegen.
Durch dieses Ablenken und Alternativverhalten aufbauen...habe ich das Gefühl, dass unsere Beziehung ziemlich schlecht geworden ist und sie mir misstraut, da sie das Gefühl hat ausgetrickst zu werden. Ähnlich ist es auch beim Rückruf.

Mittlerweile kommt erschwerend hinzu, dass sie sich zu einem unsicheren Hund entwickelt. Sie ist plötzlich (seit ca. 2 Monaten) sehr geräuschempfindlich gegen bestimmte Geräusche und gruselt sich vor Menschen oder Gegenstände...nicht immer...aber wenn dann richtig. Für die Spooky-Phase eindeutig schon zu lange. Es gab zwar einen negativen Vorfall...aber sonst ist das nicht wirklich zu erklären... Evtl. mit negativen Erfahrungen in anderen Spooky-Phasen, welche ich nicht beeinflussen konnte.

Ich bekomme von allen Seiten zusätzlich noch zu hören, dass ich den Hund entweder zu wenig auslaste ("der muss zum Agility") oder aber Vorwurfsvolle Sprüche à la "ein Aussie ist absolut pflegeleicht, dem muss man nur Ruhe beibringen und das hast du nicht getan"... das Ganze dann von Leuten die ein träges Plüschmonster aus einer Showlinie mit einem Maß Ü60 haben.
Dabei habe ich ersteres bereits erfolglos versucht...zweiteres Versuche ich seit 5 Monaten.

Sie ist in allem was sie macht sehr extrem, kommt draußen überhaupt nicht zur Ruhe und selbst von Aussieerfahrenen Menschen wird sie als extrem eingeschätzt. Ich hatte bei all meinen Hunden noch nie das Gefühl...einen Hund so schlecht zu verstehen oder so schwierig im Verhalten deuten zu können. Auch ...obwohl da auch Hunde mit Angst und Aggressionsproblematiken dabei waren....noch nie das Gefühl kein Werkzeug mehr im Kasten zu haben. Ist für mich nach wie vor ein Rätsel und ich werde auch mittlerweile immer unsicherer...natürlich alles kontraproduktiv.

Naja...nun habe ich hier einen Riesen Batzen an Text verfasst...hoffe dass das in Ordnung geht. Aber das tat einfach mal gut, das alles irgendwie rauszulassen.
Ich stelle mir mittlerweile halt so einige Fragen...

1. Kann es wirklich sein, dass der Hund durch keine personenbezogene Menschenbindung, sich eher wenig an Menschen bindet?
2. Ist ihre überschwängliche Freude nur Unsicherheit...bzw. beschwichtigendes Verhalten?
3. Ist an der Schilddrüsenproblematik vielleicht doch etwas dran?
4. Wie kann ich diesem Hund gerecht werden und das gerade in der Großstadt?
5. Wie schaffe ich in diesem Fall mehr Vertrauen und Bindung?
6. Sind Hundetrainer vielleicht doch nur etwas für schwierige Menschen mit leichten Hunden und wissen im Ernstfall doch keinen Rat?
7. Wie gehe ich mit einem Hund los, welcher weder über Futter, noch über Spiel zu motivieren ist und auf Korrekturen überhaupt nicht anspringt...bzw. sich noch mehr reinsteigert.

Das geht mir gerade alles so in den Kopf. Nächste Woche haben wir einen Termin bei einem Hundetrainer, welcher auf Hütehunde spezialisiert ist und ich erhoffe mir dort mehr Unterstützung und klarere Antworten.
 
Dabei
10 Dez 2014
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#2
Hey ich finde es immer schwierig Tips zur Erziehung zu gehen wenn man den Hund nicht kennt :)
Aber ich erzähl dir mal von Amy und meiner Geschichte
Habe Amy damals mit 3 Wochen bei einer "Hobbyzüchterin" angesehen, diese hatte ihren ersten Wurf. Dachte zu dieser Zeit alles super alles gut super süße Welpen. Hab mich dann in eine kleine black tri Hündin verliebt und diese dann noch mal besucht. Mit 9 Wochen ist sie dann bei mir eingezogen. Die ersten 2 Tage waren ganz okay Stubenreinheit hat bei ihr nicht ganz so funktioniert aber gut... Dann am 3. Tag habe ich gedacht mein Welpe wurde vertauscht sie war nur am rennen, total am überdrehen egal was wir gemacht haben. Haben sie dann versucht zur Ruhe zu "zwingen" ging gar nicht sie hat dann sofort angefangen zu protestieren und das sehr ausdauernt. Daraufhin habe ich mir eine Box bestellt, in dieser war es dann aber auch nicht besser. Amy konnte man mit Leckerchen von anfang an zu nichts zu bewegen. Auch draußen war sie ständig auf gefühlten 180 und nur unter Strom... Nach der ersten Woche sind wir dann in die Hundeschule und mein Hund war eine Katastrophe. Ich war Luft, die anderen Welpen wurden von ihr nur kontroliert und wehe sie durfte nicht das machen was sie wollte. Hab dann von der Trainerin gesagt bekommen. Wenn ich das nicht in den Griff bekomme hätte ich später ein riesen Problem. Das war natürlich ein Schock :/ Bin dann weiter dort hin es wird ohne Leckerchen gearbeitet und viel mit Körpersprache . In der Hundeschule mussten die Welpen sehr viel Ruhe halten während uns vorallem das Verhalten der Hunde erklärt wurde. Sie haben dort Dingos (australische Wildhunde) die in einem großen Gehege leben und man gut verschiedene Signale beobachten kann. Nach einigen wenigen Stunden war meine dann in einem Kurs da sie nur kontrolliert hat. Wir haben dann stark an der Frustrationstoleranz gearbeitet erst in reizarmen Gegenden, da mehrere Menschen, Hunde etc. gar nicht gingen und sie gefühlt "ganz woanders war". Durch das Training dort wurden wir sehr stark in unserer Körpersprache geschult, da der Mensch oft verschiedene wiedersprüchliche Signale sendet. Amy hat mich deshalb auch nicht ernst genommen. Nachdem ich gelernt habe auf die kleinsten Anzeichen meines Hundes zu reagieren und diese korrigiert habe wurde es schnell viel besser. Mitlerweile sind wir ein super Team und mein Hund weiß dass er sich auf mich verlassen kann und nichts regeln muss. Auch die Angst vor Knallern (welche mit ca. 9-10 Monaten kam) haben wir im Griff und sie rennt nicht mehr weg oder verfällt in Panik. Wenn ich aber davor erschrecke oder verunsichert bin verfällt sie auch sofort zurück und ist ein ziehenders wenig ansprechbares Nervenbündel. Ich habe dann auch mal in mich reingehört, wenn ich gut drauf bin ist es mein Hund auch, wenn ich schlecht drauf bin oder unsicher bin funkioniert gar nichts --> ich sende dann auch falsche Signale.
Auch ich habe sehr viel Geld in der Hundeschule liegen lassen Einzelstunde ca. 80 Euro Kurse zwischen 160-200 Euro á 10 Stunden. Das war es mir aber Wert :)
 
Dabei
18 Nov 2015
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#3
Huhu AlterEgo,

ich fühlte mich beim Lesen deines Beitrages unweigerlich an meine Rosi erinnert - vor allem der Part mit der überschwänglichen Freude, die kaum unter Kontrolle zu bekommen ist. Auch Hundebegegnungen liefen bei uns oft so ab, wie du beschrieben hast. Ich kann auch ein Liedchen davon singen, dass es echt schwierig bis unmöglich ist, vernünftig in der Großstadt mit dem Hund an der Leine zu trainieren :(
Man möchte dem Hund beibringen, dass überhaupt gar nichts an der Leine passiert..und ständig wird man dabei von unangeleinten Hunden mit unhöflichem Sozialverhalten oder von vor Entzückung quietschenden Passanten gestört. Das alles bei einem Hund, der eh schon nicht so das stärkste Nervenkostüm hat und Zack hat man den Salat :rolleyes:
Mittlerweile ist meine Rosi fast 2 Jahre alt und ich hab Ruhe reinbringen können - vor allem durch starke Einschränkung der persönlichen Entfaltungsfreiheit für einige Zeit, sprich, ich hab ihr den Freilauf gestrichen, bis wir gemeinsam ein paar Regeln etabliert hatten, die mehr Ruhe und Konsequenz reinbringen.

Eine Regel lautet zum Beispiel, Rosi läuft mit mir zusammen an einem Außenreiz vorbei. Kommt sie nicht, wenn ich sie zu mir rufe, hätte das dann zur Konsequenz, dass sie halt dann abgeholt wird und an die Leine kommt. Kommt sie doch, kann sie ohne Leine bleiben und sie weiß, dass sie wieder laufen darf, sobald der Außenreiz vorbei ist. Sie hat also ihre Freiheiten, aber dafür verlange ich auch ein bisschen was. Das hat sich bei uns beiden als ganz wirksam erwiesen, ich denke, da muss jeder seinen Weg finden :)

Ich bin dabei übrigens streng, weil ich mit zunehmendem Alter bei ihr merke, dass das alles nicht mehr nur Spaß und Freude für sie ist. Als Junghund hat sie halt bei wirklich jedem Hund "gefiddelt" was das Zeug hält. Das kann man halt auch für reine Freude halten... Mittlerweile mag sie gar nicht mehr so gerne den Kontakt zu fremden Hunden und macht das teilweise auch schonmal sehr deutlich.
Und ich bin auch meiner Trainerin dankbar, die mir immer wieder, seitdem Rosi ein Welpe war, ins Gewissen geredet hat, dass ich keine Ausnahmen machen soll, weil mein gewitztes Hündchen mir sonst auf dem Kopf rumtanzt. Irgendwann hab ich es dann eingesehen ;)

Hast du denn die Möglichkeit, öfters mal mit ihr in ruhigere Gegenden zum Spaziergang zu fahren? Ich find das immer ganz schön zum Ausgleich :)
 
Dabei
20 Sep 2015
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#4
Ich kann Dir leider auch keine Erziehungstipps geben, aber vielleicht hiflt es Dir ein bisschen, wenn Du hörst, das auch andere Probleme haben bzw. hatten.

Wir haben Willi mit 8 Wochen bekommen, er kommt vom Land und ja er war ein bisschen überdreht oder vielleicht besser so ausgedrückt, anders als unsere vorhergehenden Welpis. Wir wohnen auch in der Großstadt, neben den vielen Geräuschen gibt es hier auch sehr viele Hunde. Hinzu kommt, dass Willi extrem sensibel ist, einfach zusammen schei... ist da nicht, er wäre weg gerannt und hätte mich nicht mehr angesehen. Bis er ca. 6 Monate alt war, war alles relativ ok. Mit 6 Monaten fing es langsam an, dass er in der Huschu derartig aufgedreht war (fiepen, bellen, kriechen, Clown spielen) das keine ruhigen Pausen mehr möglich waren. Hundeschule... Juchhu Party. Mit 11 Monaten war es dann soweit, dass ich dachte, so geht das nicht mehr. Wir haben definitiv die anderen gestört und er hat nur genervt. Auf Anraten der Trainerin sind wir nur noch zum Zuschauen hinterm Zaun hin und wenn er ruhig war, hat er ein Leckerli bekommen und wir sind gegangen. Das haben wird bestimmt 6 - 10 Mal gemacht. Seitdem ist Ruhe auf dem Huplatz, ich lasse ihn auch nicht mehr mit den anderen Hunden auf dem Hundeplatz spielen. Wenn diese spielen, hat Willi Spielverbot und ich mache mit ihm kleine Tricks. Ja es ist doof, Anfangs haben mich alle gefragt: warum darf der Arme denn nicht, ist er böse? Nein, er weiß inzwischen sehr genau wo er Party machen darf und wo nicht. Mit ca. 12 Monaten fing er an bei Hundebegegnungen an der Leine Terror zu machen. Erst nur bei jedem 3. Hund, das hat sich dann aber drastisch gesteigert. Also Hundetrainerin geholt (sie hat selber einen Aussie) Das was sie mir geraten hat, täglich geübt, geübt, geübt. Es wurde immer schlimmer. Weitere 10 Monate später, war ich am Ende... Jeder Hund der an der Leine in die Nähe kam wurde angepöbelt, er hing in der Leine und es war nur noch Streß. Also immer die Straßenseite gewechselt, bei so vielen Hundebegnungen läuft man nur noch Slalom und sieht zu, dass man schnell genug weg kommt. Ich habe die Hundetrainerin, zu der wir übrigens auf den Platz gehen und Obidience machen angerufen und ihr gesagt, entweder sie kommt jetzt sofort vorbei oder ich fahre in den Wald und binde diesen Köter an den nächsten Baum..... Sie wollte es gar nicht glauben, auf den Hundeplatz ist er einer der Vorzeigehunde.

Jedenfalls kam sie und hat sich dann selbst überzeugt... Wir haben , aber auch nur, weil ich echt am Ende war und ich mein Ok. dazu gegeben habe, zu einem Pets Korrektur Spray gegriffen. Sie war sich nicht sicher ob das bei Willi ausreicht. Den Sprühstoß (Zischgeräsusch) der wegen der Verknüpfung von ihr gemacht wurde, habe ich sofort mit einem Abbruchwort unterlegt und als er ruhig war sofort überschwenglich gelobt und Leckerli reingeschoben, nach 3 mal sprühen waren wir durch und es saß. Man glaubt es nicht, aber seit diesem Tag, kann ich mit Willi mit und ohne Leine an Hunden vorbei gehen, keine Straßenseite wechseln mehr. Ja es gibt noch 2-3 Hunde, die können sich gegenseitig nicht leiden, aber mit dem Rest null Probleme mehr. Und das Spray habe seitdem nie wieder gebraucht. Es reicht jetzt aus, wenn ich zischel oder das Abbruchwort sage (sofern es doch noch mal vorkommt bzw. wenn ich durch sein fixieren vermute, dass es womöglich vorkommen könnte).

Ich habe wirklich über ein Jahr alles Mögliche versucht, ohne Erfolg...

Und da Willi ja wie gesagt auch sehr geräuschempfindlich ist, hatte er auch große Probleme an Hauptstr., Bussen, LKW´s, ganz besonders in der Dunkelheit. Ich bin täglich mit ihm zur Hauptstr., bloss zur Ecke, stehen geblieben, dann kurz um die Ecke rum, stehen geblieben, naja jedenfalls haben wir dies intensiv geübt. Heute reagiert er manchmal noch panisch, wenn PKW´s mit Anhänger, die so klappern, vorbei fahren. Manchmal morgens, da muss er einen schlechten Tag haben, reagiert er auch bei manchen Leuten merkwürdig. Dabei ist er so ein Schleimer und schmeißt sich allen gleich vor die Füße.

Jetzt habe ich leider auch so viel geschrieben, ich wollte Dich damit nur ein bisschen aufbauen, ich habe damals auch echt gedacht.. Wald, Tierheim.... vorallem wenn man vorher so ganz andere Hunde hatte. Auch für Eure Probleme gibt es bestimmt die Lösung, es ist nur nicht immer so einfach diese zu finden

Viele Grüße
 
Dabei
13 Nov 2016
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#5
Huhu AlterEgo,

ich fühlte mich beim Lesen deines Beitrages unweigerlich an meine Rosi erinnert - vor allem der Part mit der überschwänglichen Freude, die kaum unter Kontrolle zu bekommen ist. Auch Hundebegegnungen liefen bei uns oft so ab, wie du beschrieben hast. Ich kann auch ein Liedchen davon singen, dass es echt schwierig bis unmöglich ist, vernünftig in der Großstadt mit dem Hund an der Leine zu trainieren :(
Man möchte dem Hund beibringen, dass überhaupt gar nichts an der Leine passiert..und ständig wird man dabei von unangeleinten Hunden mit unhöflichem Sozialverhalten oder von vor Entzückung quietschenden Passanten gestört. Das alles bei einem Hund, der eh schon nicht so das stärkste Nervenkostüm hat und Zack hat man den Salat :rolleyes:
Mittlerweile ist meine Rosi fast 2 Jahre alt und ich hab Ruhe reinbringen können - vor allem durch starke Einschränkung der persönlichen Entfaltungsfreiheit für einige Zeit, sprich, ich hab ihr den Freilauf gestrichen, bis wir gemeinsam ein paar Regeln etabliert hatten, die mehr Ruhe und Konsequenz reinbringen.

Eine Regel lautet zum Beispiel, Rosi läuft mit mir zusammen an einem Außenreiz vorbei. Kommt sie nicht, wenn ich sie zu mir rufe, hätte das dann zur Konsequenz, dass sie halt dann abgeholt wird und an die Leine kommt. Kommt sie doch, kann sie ohne Leine bleiben und sie weiß, dass sie wieder laufen darf, sobald der Außenreiz vorbei ist. Sie hat also ihre Freiheiten, aber dafür verlange ich auch ein bisschen was. Das hat sich bei uns beiden als ganz wirksam erwiesen, ich denke, da muss jeder seinen Weg finden :)

Ich bin dabei übrigens streng, weil ich mit zunehmendem Alter bei ihr merke, dass das alles nicht mehr nur Spaß und Freude für sie ist. Als Junghund hat sie halt bei wirklich jedem Hund "gefiddelt" was das Zeug hält. Das kann man halt auch für reine Freude halten... Mittlerweile mag sie gar nicht mehr so gerne den Kontakt zu fremden Hunden und macht das teilweise auch schonmal sehr deutlich.
Und ich bin auch meiner Trainerin dankbar, die mir immer wieder, seitdem Rosi ein Welpe war, ins Gewissen geredet hat, dass ich keine Ausnahmen machen soll, weil mein gewitztes Hündchen mir sonst auf dem Kopf rumtanzt. Irgendwann hab ich es dann eingesehen ;)

Hast du denn die Möglichkeit, öfters mal mit ihr in ruhigere Gegenden zum Spaziergang zu fahren? Ich find das immer ganz schön zum Ausgleich :)

Ja, wir fahren häufig in ruhigere Gegenden. Weil dort einfach erstmal Training überhaupt möglich ist. Ist natürlich nicht jeden Tag möglich.

Darf ich mal Fragen welche Trainerin das war? Sehe gerade dass du auch aus Köln kommst.
 
Dabei
13 Nov 2016
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#6
Kurz zur Info...damit das hier nicht missverstanden wird:

Es geht mir hier wirklich nicht um Ferndiagnosen eurerseits. Ich bin nur gerade ein wenig...naja...an meinen Grenzen und wollte das hier mal so runterschreiben.
Eure Erfahrungen und Geschichten zu lesen hilft mir aber wirklich sehr! Das brauche ich gerade einfach mal. Und da mir gerade diesbezüglich so viel in durch den Kopf geht...habe ich das mal alles aufgeschrieben.

Und um Missverständnisse eines älteren Threads aufzuheben: Die dort beschriebene Junghund-Spielgruppe hat nichts mit unseren Trainern zu tun. Das sind zwei verschiedene "Hundeschulen".
 
Dabei
7 Okt 2014
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#7
Kurz zwischen Tür und Angel...
Bitte, bitte bleib an der SD Sache dran, bevor du über Training noch viel mehr versuchst.
Hast du mittlerweile die anderen Werte bestimmen lassen?
FALLS sie eine SDU hat, manifestiert sich ihr Verhalten immer mehr und sie ist auch quasi nicht trainierbar - so lange das also nicht geklärt ist, würde ich gar nichts mehr versuchen und ICH würde es schnell klären.
 
Dabei
18 Nov 2015
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#8
Ach du bist auch aus Köln, was für ein Zufall :)

Zu der Sache mit der Schilddrüse kann ich nichts sagen, wenn es das sein sollte, ist das natürlich was anderes! Aber was ich noch sagen wollte, falls es kein krankheitsbedingtes Problem sein sollte..
Mit allem Training und Konsequenz kann ich Grenzen setzen und es kann natürlich besser werden. Aber mir hat geholfen, mir klarzumachen, dass auch mein Hund Grenzen hat. Das hat bei mir zumindest zu einer entspannteren Sicht auf die Sache geführt. Sie muss und kann nicht alles können. Sie wird nie die Gelassenheit in Person, genausowenig wie ich es jemals genießen würde, eine Rede vor 100 Leuten zu halten :D Also versuche ich auch ab und zu mal, aufregenden Situationen (soweit es geht, ist klar) aus dem Weg zu gehen, einfach ihr zuliebe.. Aber ich weiß auch, wie schwer das in der Stadt manchmal ist :rolleyes:
 
Dabei
13 Nov 2016
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#9
Ich wollte meinen "alten" Beitrag einfach mal nutzten, um euch einige Beobachtungen der letzten Wochen zu zeigen.

Wir arbeiten ja momentan sehr am Thema Hundebegegnung/Hundesichtungen. Einfach um da erstmal etwas Ruhe reinzubringen und sie auch wieder händelbarer zu bekommen. Dabei sind mir jetzt aber einige Dinge aufgefallen, welche mich ein wenig ins grübeln bringen..aber auch irgendwie wieder ins Bild passen:

Also...Situation 1: Ich gehe auf den Hundplatz. Konnte mich sogar bis auf wenige Schritte an die Gruppe ranwagen (rIIIIESEN Fortschritt!!!) und meine blieb relativ ruhig und legte sich neben mir hin. Das ging solange gut, bis ein etwas aufgeregterer Labrador in die Gruppe kam. Sofort fuhr meine hoch, bellte, fiepste und sprung wild umher.

Situation 2: Wir trainiren momentan passiv auf den Hundwiesen und auf dem Hundeplatz. Einfach nur Impulskontrolle und Frustrationstoleranz. Diesmal waren wir bei einer Junghundgruppe...da ist sie immer sehr drüber und braucht ihre 15-30 Minuten, bis sie mal halbwegs ansprechabr ist. Dieses mal konnte sie aber kurz zu den Hunden aus der Gruppe, bevor die Stunde losging. Sie ist also einmal hin (2-3 Sekunden) und kam sofort zu mir zurück. Ergebnis: Trotz Aportierübgunden, Zerrspielen und wildem Hundefreilauf...blieb meine die ganze Stunde über Seelenruhig neben mir liegen und war komplett ansprechbar.

Situation 3: Junghundgruppe bei sehr drückendem und heißen Wetter. Meine wirbelte wieder im Hütemodus um die Gruppe herum...wie von der Tachandel gestochen. Den anderen ging aber ziemlich schnell die Puste aus und sie setzten sich zu ihren Besitzer. Daraufhin lief meine noch eine Runde und legte sich in die Mitte der Gruppe und hielt alles im Blick (war auch richtig erschöpft, da ich es einfach nochmal für 2-3 Minuten habe laufen lassen). In der Stunde ist mir auch nochmal aufgefallen, dass meine immer sofort dazwischen geht, wenn zwei Hund sich in den Haaren haben. Das auch immer sehr ruhig, in dem sie einen Hund einfach nur dann kurz köpersprachlich "beschrenkt".

Situation 4: Völlig ruhiger und ausgeglichener Hund kommt uns entgegen...meine bleibt auch - für ihre Verhältnisse - sehr entspannt. Sie schaut zwar...wird ein wenig hibbelig, ist aber noch vollkommen ansprechbar und auch für Kommandos empfänglich.
Ein anderer ruhiger und ausgelichener Hund kommt uns im Wald engenen...meine im Freilauf zu ihm. Dabei war sie sehr vorsichtigt, sehr zurückhaltend und sehr entspannt. Würde das jetzt mal als "respektvoll" betiteln.

Situation 5: Die letzte Begenung war mit mehreren Aussie gleichzeitig. Alles ausgewachsene und gestandene Hunde. Natürlich war sie total hibbelig und aufgeregt. Man hat richtig gemerkt wie sie sich zurückhalten will, aber es nicht ganz geschafft hat. Wie das ADHS Kind, welches mal 5 Minuten versucht ruhig auf dem Stuhl sitzen zu bleiben ;). Sie wurde dann auch direkt von einigen Hunde gemaßregelt (alles im Rahmen). Nach kurzer Zeit ging es aber dann uns es war mehr Ruhe drin. Beim anschleißenden Spaziergang hat sie weder Hüteverhalten gezeigt, noch irgendeine Art von Hibbeligkeit. Sie war sehr entspannt, schnupperte rum und hat sie da komplett eingefügt.

Natürlich kann man viele der Situationen mit einem Hütetrieb und Unruhe erklären.
Aber was mir dabei noch aufffällt ist ein großer Drang zur Kontrolle...bzw. eine Art Kontrollzwang. Diesen Kontrollzwang zeigt sie aber anscheinend nicht, wenn andere die Kontrolle übernehmen und sie lässt sich direkt "fallen".
Das zeigt mir natürlich auch wieder, dass ich mein Verhalten bei Hundebegenungen nochmal stark überdenken sollte und es vielleicht eben nicht nur ein ausgeprägter Hütetrieb ist.
Zudem...und das ist jetzt sehr weit hergeholt...habe ich langsam das Gefühl, dass unter diesem Nervenbündel eigentlich ein sehr souveräner Hund versteckt ist...der einfach zu schnell Verantwortung übernehmen musste.

Das sind gerade alles einfach nur wirre Gedanken und keineswegs sachliche Feststellungen...wollte diese aber trotzdem mal mitteilen. Vielleicht ließt es ja einer ;)
 
Dabei
7 Okt 2014
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#11
Weißt du, ich war letztens ein bisschen verzweifelt ob Ilais Hibbeligkeit und dieser ständigen Schreierei vor Freude, in der er einen Tunnelblick bekommt.
Ich werde auch immer von Bekannten angesprochen drauf, wie durchgedreht er ist.
Das habe ich bei der Halterin seiner Tante und einer der Trainerinnen wiederum kurz angesprochen .
Die Antwort beider war: Ach, die ganze Verwandtschaft war so als Junghund.
Überschwänglich, laut, verrückt nach Menschen.
Und die, die ich davon kenne, sind nun völlig ausgeglichene Hunde, die ganz wunderbar arbeiten und Menschen auch gut mal ignorieren können.
Ich fand das sehr beruhigend.

Nur als ganz kleiner Denkanstoß, dass sie vielleicht einfach ist, wie sie ist und gar nicht mal "unnormal" und zumindest ein Teil sich irgendwann auch legen kann.
 
Dabei
13 Nov 2016
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#12
Weißt du, ich war letztens ein bisschen verzweifelt ob Ilais Hibbeligkeit und dieser ständigen Schreierei vor Freude, in der er einen Tunnelblick bekommt.
Ich werde auch immer von Bekannten angesprochen drauf, wie durchgedreht er ist.
Das habe ich bei der Halterin seiner Tante und einer der Trainerinnen wiederum kurz angesprochen .
Die Antwort beider war: Ach, die ganze Verwandtschaft war so als Junghund.
Überschwänglich, laut, verrückt nach Menschen.
Und die, die ich davon kenne, sind nun völlig ausgeglichene Hunde, die ganz wunderbar arbeiten und Menschen auch gut mal ignorieren können.
Ich fand das sehr beruhigend.

Nur als ganz kleiner Denkanstoß, dass sie vielleicht einfach ist, wie sie ist und gar nicht mal "unnormal" und zumindest ein Teil sich irgendwann auch legen kann.

Genau...ziemlich genau ein Jahr ...
Ich weiß auch, dass sich das noch stark verändern kann, trotzdem ist es mir jetzt nochmal aufgefallen.

Vielleicht ist mein Interesse an diesem Thema (Hundebegegnungen/Verhalten untereinander) einfach zu groß, weil meine anderen Hunde immer sehr wenig Interesse und/oder Angst vor anderen Hunden hatten. Also hat das nie wirklich eine Rolle gespielt.

Ich würde ihre Art ja auch überhaupt nicht so schlimm finden, wenn es ihr nicht selber so schaden würde...und das sie mit den "Monaten" nochmal ein wenig ruhiger wird...denke ich mir auch. Aber unser Verhaltenstierarzt meinte schon, dass es halt einen Unterschied zwischen Hibbeligkeit und schädlicher Hyperaktivität gibt. Und diese Grenze ist bei ihr halt teilweise überschritten. Das müssen jetzt nicht solche Probleme wie Herz-Kreislauferkrankungen oder Gastritis sein.. das fängt ja schon an, wenn sie sich bei Hundesichtungen die Pfoten auf dem Teer aufratscht.

Aber ich weiß trotzdem genau was du meinst.
 
Dabei
21 Feb 2011
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5.238
#13
Jetzt gebe ich auch mal meinen Senf dazu und ich hoffe, du nimmst mir das nicht übel, denn ich möchte dich auf gar keinen Fall angreifen oder ähnliches.

Erstmal möchte ich sagen, dass mein Jerry Lee ein ähnlicher Fall bei Hundebegegnungen war. Er hat mich da wirklich an und über meine Grenzen gebracht. Als er erwachsen war (mit ziemlich genau 3 Jahren), war das auf einmal alles vorbei.
Solange musste ich dran und ruhig bleiben, ihm immer und immer wieder erklären, dass das nicht geht. Ganz wichtig ist hier das Timing des Menschen. Meist sind wir viel zu spät und unterbrechen nicht, wenn das Fehlverhalten beginnt, sondern erst, wenn der Hund schon mittendrin steckt. Was es deutlich schwieriger macht.

Wenn ich deine Beiträge so lese, frage ich mich oft, ob du nicht ein bisschen zu viel von deinem Hund erwartest?
Sie ist 1 Jahr, mitten in der Pubertät und, wie sagt Nadin Matthews so schön: das Gehirn ist wegen Umbau geschlossen ;)

Einige Verhalten, die du schilderst, sind einfach typisch für einen Hütehund / Aussie und ein Stück weit muss man damit leben. Dieses einkreisen, kontrollieren usw ist nun mal typisch für Hütehunde und lässt sich nicht "wegerziehen". Ebenso die Frustrationstoleranz. Hütehunde reagieren nun mal sehr extrem auf Bewegung und können es schlecht ertragen, einfach dabei zuzusehen. Das muss man üben, das ist ein langer Weg. Das kann u. U. Jahre dauern und ist nicht nach wenigen Wochen erledigt.
Komischerweise will man den Hütehunden das typische Verhalten immer "aberziehen". Kein Mensch käme auf die Idee, einem waschechten Jagdhund (Münsterländer, Weimaraner usw) das Jagdverhalten abzuerziehen. Hüteverhalten beim Hütehund scheint irgendwie immer störend? Warum schafft man sich dann einen an?
Viele Border Collies starren.....sie zeigen "Auge". Das ist typisch für diese Rasse, das kann ich nicht abtrainieren oder umlenken. Wenn ich damit ein Problem habe, dann ist der Border die falsche Rasse für mich. Den jetzt mal als Beispiel genommen.

In der Regel liegt das Problem beim Menschen, wenn es nicht klappt. Das weiß ich aus Erfahrung. Ich weiß auch, dass man recht schnell Erfolge sieht und spürt, wenn man als Mensch alles "richtig" macht.

Durfte sie z. B. als Welpe immer oder oft zu anderen Hunden? Das wird häufig gemacht, mit dem, gutgemeinten, Hintergedanken, dass der Hund ja Sozialkontakte braucht.
Dass das aber viele Nachteile mit sich bringt, bedenken die wenigsten. Später rächt sich das. Verhalten gefestigt......da hat man es als Mensch doppelt schwer, denn dem Hund fehlt hier jegliche Einsicht. Warum auch? Er hat es doch immer gedurft.

Verhalten und Futter hängen ganz doll zusammen. Ich kann dir nur den Tipp geben, dich damit mal auseinanderzusetzen. Im Internet findet man einiges zum Thema, u. a. auch vom Gansloßer.
Auch hier spreche ich aus eigener Erfahrung. Es gibt Futter, da reagiert Apps wie ein Mensch mit ADHS, dem man Traubenzucker gibt. Bereits wenige Tage nach der Futterumstellung hatte ich einen anderen Hund.

Ansonsten lass deinen Hund einfach mal Hund sein, genieße die Zeit mit ihm, ohne irgendwas zu trainieren, üben, ignorier auch einfach mal ein störendes Verhalten und hör auf, alles zu analysieren.
Ich wette darauf, dass sich dadurch einiges von selbst erledigt.
 
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Dabei
18 Nov 2015
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#14
Das ist echt krass, deine Beschreibungen und Reaktionen deiner Hündin treffen wirklich 1 zu 1 genau so auf meine zu! :O Zumindest als sie auch so 1 Jahr alt war. Vor allem auch dieses reaktive Verhalten - bei ruhigen Hunden blieb sie auch ruhig, bei aufgedrehten Hunden in der Nähe drehte sie mit auf. Sie hat das auch immer mit bestimmten Orten verknüpft. Hundeschule, Hundewiesen...alles was aufregend ist. Meine Trainerin empfahl, dass ich erstmal komplett Hunde(spiel)Kontakt einstellen sollte, bis sie von dieser "Droge" runter ist. Das haben wir nicht so knallhart durchgezogen, aber es würde trotzdem besser.

Also ich glaube, dass die Zeit wirklich ein wichtiger Faktor ist. War deine schon läufig? Bei uns wurde es mit den Läufigkeiten besser. Es pendelt sich sicherlich vieles mit dem Erwachsenwerden ein. Mittlerweile kann Rosi im Freilauf ruhigen Kontakt zu anderen Hunden aufnehmen, schnüffeln und ohne Spiel weitergehen. Ohne, dass wir das irgendwie geübt hätten. Auch andere Menschen kann sie mittlerweile ignorieren, solange diese sie nicht angucken :D

Ich kann mir vorstellen, dass deine davon profitieren könnte, mit souveränen Althunden vermehrt Kontakt zu haben und weniger mit Junghunden, die sich gegenseitig hochschaukeln. Ist bei uns jedenfalls die bessere Wahl für Hundekontakte. Wenn wir mit wirklich souveränen Hunden unterwegs sind, dann scheint Rosi richtig die "Verantwortung" abzugeben und wird regelrecht entspannt und unauffällig. Man sieht fast, wie ihr ein Stein vom Herzen fällt in dem Moment ;)
 
Dabei
18 Nov 2015
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#15
Achja und das Kontrollverhalten, das Splitten und so weiter..das empfinde ich auch als Hütehundimmanent :D Selbst mein Kleiner macht das mit seinen 16 Wochen, sogar viel klarer und effektiver als meine Große (wenn ich ihn lassen würde). Er schaut sich ein Spiel zwischen zwei Hunden an (meist ist es Rosi mit ihrem Freund) und lässt es laufen. Sobald aber ein bestimmtes Energielevel überschritten wird, rennt er hin und splittet. Fahren die Hunde runter, lässt er ab und kommt zurück zu mir. Ich find das ja schon faszinierend aber klar, jetzt wo ich weiß, dass er es macht, übernehme ich das und versuche ihm zu zeigen, dass er sowas auch mir überlassen kann..
 
Dabei
21 Feb 2011
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#16
Das ist echt krass, deine Beschreibungen und Reaktionen deiner Hündin treffen wirklich 1 zu 1 genau so auf meine zu! :O Zumindest als sie auch so 1 Jahr alt war. Vor allem auch dieses reaktive Verhalten - bei ruhigen Hunden blieb sie auch ruhig, bei aufgedrehten Hunden in der Nähe drehte sie mit auf. Sie hat das auch immer mit bestimmten Orten verknüpft. Hundeschule, Hundewiesen...alles was aufregend ist. Meine Trainerin empfahl, dass ich erstmal komplett Hunde(spiel)Kontakt einstellen sollte, bis sie von dieser "Droge" runter ist.
Das ist aber wirklich kein besonderes Verhalten und das zeigen viele Hunde.
Viele lassen sich "mitreißen", wenn ein anderer aufdreht.
Und dass Hunde ortsbezogen lernen, ist auch völlig normal.

Guter Tipp von deiner Trainerin....das dürfte so ziemlich das einzige sein, das hilft.
 
Dabei
13 Nov 2016
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#17
Jetzt gebe ich auch mal meinen Senf dazu und ich hoffe, du nimmst mir das nicht übel, denn ich möchte dich auf gar keinen Fall angreifen oder ähnliches.

Erstmal möchte ich sagen, dass mein Jerry Lee ein ähnlicher Fall bei Hundebegegnungen war. Er hat mich da wirklich an und über meine Grenzen gebracht. Als er erwachsen war (mit ziemlich genau 3 Jahren), war das auf einmal alles vorbei.
Solange musste ich dran und ruhig bleiben, ihm immer und immer wieder erklären, dass das nicht geht. Ganz wichtig ist hier das Timing des Menschen. Meist sind wir viel zu spät und unterbrechen nicht, wenn das Fehlverhalten beginnt, sondern erst, wenn der Hund schon mittendrin steckt. Was es deutlich schwieriger macht.

Wenn ich deine Beiträge so lese, frage ich mich oft, ob du nicht ein bisschen zu viel von deinem Hund erwartest?
Sie ist 1 Jahr, mitten in der Pubertät und, wie sagt Nadin Matthews so schön: das Gehirn ist wegen Umbau geschlossen ;)

Einige Verhalten, die du schilderst, sind einfach typisch für einen Hütehund / Aussie und ein Stück weit muss man damit leben. Dieses einkreisen, kontrollieren usw ist nun mal typisch für Hütehunde und lässt sich nicht "wegerziehen". Ebenso die Frustrationstoleranz. Hütehunde reagieren nun mal sehr extrem auf Bewegung und können es schlecht ertragen, einfach dabei zuzusehen. Das muss man üben, das ist ein langer Weg. Das kann u. U. Jahre dauern und ist nicht nach wenigen Wochen erledigt.
Komischerweise will man den Hütehunden das typische Verhalten immer "aberziehen". Kein Mensch käme auf die Idee, einem waschechten Jagdhund (Münsterländer, Weimaraner usw) das Jagdverhalten abzuerziehen. Hüteverhalten beim Hütehund scheint irgendwie immer störend? Warum schafft man sich dann einen an?
Viele Border Collies starren.....sie zeigen "Auge". Das ist typisch für diese Rasse, das kann ich nicht abtrainieren oder umlenken. Wenn ich damit ein Problem habe, dann ist der Border die falsche Rasse für mich. Den jetzt mal als Beispiel genommen.

In der Regel liegt das Problem beim Menschen, wenn es nicht klappt. Das weiß ich aus Erfahrung. Ich weiß auch, dass man recht schnell Erfolge sieht und spürt, wenn man als Mensch alles "richtig" macht.

Durfte sie z. B. als Welpe immer oder oft zu anderen Hunden? Das wird häufig gemacht, mit dem, gutgemeinten, Hintergedanken, dass der Hund ja Sozialkontakte braucht.
Dass das aber viele Nachteile mit sich bringt, bedenken die wenigsten. Später rächt sich das. Verhalten gefestigt......da hat man es als Mensch doppelt schwer, denn dem Hund fehlt hier jegliche Einsicht. Warum auch? Er hat es doch immer gedurft.

Verhalten und Futter hängen ganz doll zusammen. Ich kann dir nur den Tipp geben, dich damit mal auseinanderzusetzen. Im Internet findet man einiges zum Thema, u. a. auch vom Gansloßer.
Auch hier spreche ich aus eigener Erfahrung. Es gibt Futter, da reagiert Apps wie ein Mensch mit ADHS, dem man Traubenzucker gibt. Bereits wenige Tage nach der Futterumstellung hatte ich einen anderen Hund.

Ansonsten lass deinen Hund einfach mal Hund sein, genieße die Zeit mit ihm, ohne irgendwas zu trainieren, üben, ignorier auch einfach mal ein störendes Verhalten und hör auf, alles zu analysieren.
Ich wette darauf, dass sich dadurch einiges von selbst erledigt.
Das nehme ich dir überhaupt nicht krumm! Ich schreibe ja hier, um ehrliche Antworten und Meinungen zu bekommen.

Zum Thema rassespezifisches Verhalten: Natürlich gibt es rassespezifische Dispositionen und auch die Art des Spiels ist stark davon geprägt. Problematisch wird es aber dann, wenn der Hund nicht einfach nur seinen Trieben nachgeht, sondern in seinem Trieben ein Stück weit gefangen ist. Also einkreisen und Hüten im Spiel wäre für mich völlig in Ordnung. Wenn das aber direkt im totalen Stress ausartet und der Hund sofort überfordert ist, dann finde ich es halt nicht mehr in Ordnung.
Sie würde z.B. auf der Hundewiese oder in der Gruppe jedem kleinen Bewegungsreiz nachgehen und versuchen die Hunde abzustoppen und das bis zur fölligen Verausgabung. Und da denke ich, dass man da etwas gegenarbeiten muss. Nicht abtrainieren, sondern einfach in geordnete Bahnen lenken.

Zum Thema "durfte sie als Welpe immer zu anderen Hunden": Genau da liegt das Problem...denke ich. Sie durfte ja bis zur 18/20 Lebenswoche praktisch jedem Reiz nachgehen und lief praktisch nur frei (alleine) auf dem Hof mit zwei jüngeren Würfen rum. Ich vermute, dass sich da das Verhalten ausgeprägt hat. Bei mir arbeiten wir ja seit dem ersten Tag daran.

Zum Thema "Futter": Das hattest du hier schonmal geschrieben..und dem Tipp bin ich auch nachgegangen.Damit haben wir riesen Fortschritte erzielt. Wir haben das Futter umgestellt, geben zusätzlich etwas Magnesium und achten ganz strickt auf die Arminosäuren... seitdem kann ich auch wirklich wieder von "trainierbar" sprechen. Das war ein voller Erfolg.

Zum Thema "ich bin das Problem": Und wie :D ...das ist ja gerade die Herausforderung. Ich bin selber ein sehr "hibbeliger" Typ und lerne durch sie, jeden Tag ein bisschen mehr runterzufahren. Da muss ich auch bei Hundebegenungen auch noch stark dran arbeiten. Aber es klappt und man wächst ja auch mit seinen Aufgaben.

Es ist ja nicht so, dass wir gerade verzweifelt sind. Das war ich an dem Tag, als ich dieses Thread hier erstellt habe. Direkt danach haben wir die Hundeschule gewechselt und sind nun bei einer, die sich ein wenig auf Hütehunde spezialisiert hat. Hier wird das Training dem Hund angepasst und uns nicht Methode X aufgeschwatzt. Das tut uns sehr gut, da die Problematik auch endlich richtig eingeschätzt worden ist und wenn ich gerade so darüber nachdenke, was sich seit einem Monat so alles getan hat, dann bin ich echt ein wenig erleichtert.
Aussage der Trainerin war damals: "Ich habe schon viele bekloppte und durchgeknallte Aussies und Border Collis gesehen, aber so verrückt wie deine lange nicht mehr."

Ich lasse sie wirklich Junghund sein und ein sie darf auch aufgedreht und hibbeliger als andere sein. Trotzdem war und ist es sehr wichtig, dass wir daran arbeiten...denn von ganz alleine würde sich das Verhalten nicht bessern.
Wenn ich so in meinen Notizen schauen, dann hat sich das Verhalten auch seit der 20. Lebenswoche stetig gebessert....mal langsamer, mal ein paar kleine Rückschritte...trotzdem steigern wir uns. Demnach muss der richtige Pubertätsschub noch kommen ;)
Von den Beobachtungen während der Hundebegenungen habe ich jetzt auch nur geschrieben, weil ich da zum ersten Mal etwas wie eine Struktur erkennen konnte und es nicht einfach nur total aufgehetztes jagen war.
 
Dabei
13 Nov 2016
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#18
Das ist echt krass, deine Beschreibungen und Reaktionen deiner Hündin treffen wirklich 1 zu 1 genau so auf meine zu! :O Zumindest als sie auch so 1 Jahr alt war. Vor allem auch dieses reaktive Verhalten - bei ruhigen Hunden blieb sie auch ruhig, bei aufgedrehten Hunden in der Nähe drehte sie mit auf. Sie hat das auch immer mit bestimmten Orten verknüpft. Hundeschule, Hundewiesen...alles was aufregend ist. Meine Trainerin empfahl, dass ich erstmal komplett Hunde(spiel)Kontakt einstellen sollte, bis sie von dieser "Droge" runter ist. Das haben wir nicht so knallhart durchgezogen, aber es würde trotzdem besser.

Also ich glaube, dass die Zeit wirklich ein wichtiger Faktor ist. War deine schon läufig? Bei uns wurde es mit den Läufigkeiten besser. Es pendelt sich sicherlich vieles mit dem Erwachsenwerden ein. Mittlerweile kann Rosi im Freilauf ruhigen Kontakt zu anderen Hunden aufnehmen, schnüffeln und ohne Spiel weitergehen. Ohne, dass wir das irgendwie geübt hätten. Auch andere Menschen kann sie mittlerweile ignorieren, solange diese sie nicht angucken :D

Ich kann mir vorstellen, dass deine davon profitieren könnte, mit souveränen Althunden vermehrt Kontakt zu haben und weniger mit Junghunden, die sich gegenseitig hochschaukeln. Ist bei uns jedenfalls die bessere Wahl für Hundekontakte. Wenn wir mit wirklich souveränen Hunden unterwegs sind, dann scheint Rosi richtig die "Verantwortung" abzugeben und wird regelrecht entspannt und unauffällig. Man sieht fast, wie ihr ein Stein vom Herzen fällt in dem Moment ;)
So sieht unser Training auch momentan aus und seitdem erzielen wir auch riesen Fortschritte. In anderen Hschulen wurde uns aber immer davon abgeraten und uns alles mögliche "angedreht".

Momentan stellen wir jeglichen unkontrollierten Kontakt ein und stellen uns abwechselnd an der Hundewiese, am Hundeplatz oder am Rand der Junghundegruppe auf und lernen es einfach zu ertragen. Anfangs ist sie selbst nach einer Stunde und ca. 500 Meter Entfernung nicht runtergekommen. Mittlerweile geht das sehr schnell und sie legt sich schon nach wenigen Minuten neben mir ab.
Außerdem wird der Hundekontakt auch immer gut geplant. Also nur in der Gruppe laufen lassen, wenn sie wirklich komplett runtergefahren ist etc.

Das ist verdammt unschönes Training, aber es ist sehr effektiv. Wäre ich schon vorher an diese Trainerin geraten, dann hätte ich wahrscheinlich auch keinen Grund gehabt, hier zu posten.
Was ist uns nicht schon alles geraten worden...was im nachhinein betrachtet pures Gift war.
 
Dabei
18 Nov 2015
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#19
Dass es besonders ist oder gar verhaltensauffällig wollte ich damit auch gar nicht zum Ausdruck bringen, falls das so rübergekommen sein sollte. Wollte lediglich damit sagen, dass seine Hündin mit dem Verhalten nicht allein ist und hab meine als Beispiel aufgeführt. Um etwas Solidarität zu zeigen :)
 

FrauRossi

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Dabei
26 Mai 2015
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#20
Hallo,

es freut mich zu lesen dass auch ihr Fortschritte macht und jetzt bei einer guten Trainerin untergekommen seid. Und sicher wird es weiter bergauf gehen. Deine Hündin wird älter und du wirst auch immer besser :)

Mit Paula bin ich jetzt seit 8 Monaten bei unserer "neuen" Trainerin, die ersten 3 Monate im Einzeltraining und dann auch in der Gruppe. Anfänglich hat meine Paula auch immer die Gruppe aufgemischt. Jetzt ist sie der Hund der sich am besten steuern lässt :)

Ich habe für mich festgestellt dass es entscheidend ist die richtige Methode zu finden um Paula etwas mitzuteilen, was ok ist und was nicht. Gerade das "was nicht" war eine große Herausforderung. Es ist schwer bis unmöglich dass in wenigen Sätzen zu erklären.
Wir haben zwar durch die Hilfe der Trainerin riesige Fortschritte gemacht, aber trotzdem war das letzte Quentchen immer das was ich selbst heraus finden musste. Ich denke das ist halt so weil nur man selbst den Hund in allen Situationen kennt und erlebt.

Was wurde mir nicht alles geraten um meinen Hund davon abzubringen zu jagen und Hunde die sie nicht will nicht anzukeifen. Durch die neue Trainerin wurde der Grundstein gelegt, das worauf Paula aber verlässlich reagiert, was das jenige ist was sie schlußendlich auch versteht und damit annimmt, musste ich selbst finden.

Und so gut wie du deine Hündin beobachtest, wirst du sie immer besser kennenlernen und dir wird das auch gelingen :) und ganz sicher wirst du mehr Vertrauen in dich und deinen Hund fassen und je selbstverständlicher manche Dinge für dich werden um so lockerer und souveräner wirst du werden und das merkt auch dein Hund und wird es besser annehmen können und natürlich wird auch sie mit der Zeit Dinge immer besser aushalten können :) Ihr schafft das!
 
Dabei
13 Nov 2016
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#21
So....die erste Läufigkeit ist nun auch "um Gange" und diese verläuft bisher relativ unkompliziert.

Zufällig haben wir uns auch für 1,5 Wochen auf den Land einquartiert (mit Garten). Hier fällt mir einfach mal wieder richtig auf, wie weit wir schon gekommen sind und dass das auch irgendwie auch alles sehr harmonisch ist.
Das fängt bei der Leinenrührigkeit an und hört bei den spielenden und schreienden Kindern - welche nur ein wenig aufgeregt wahrgenommen werden - im Nachbarsgarten auf.

Die ganzen Dinge Fallen einen im städtische Trubel kaum auf. Die wirklich große verbleibende Baustelle sind halt andere Hunde.
Und dadurch dass wir in der Stadt leben...sind die Einschränkungen dadurch halt enorm.

Wir verlassen die Wohnung und vor unserem Haus sind tagsüber meistens mehrere Hunde angebunden (Eingang verschiedener Geschäfte). Auf dem Weg zum Park treffen wir meistens auch 2-5 Hunde, welche meistens nicht angeleint sind. Im Park ist die Frequenz dann deutlich höher....außerdem laufen hier viele Hunde ohne Kontrolle und es ist ein ständiger Spießrutenlauf. Von Hundewiesen und großen Freilaufflächen rede ich erst gar nicht, da wir diese sowieso meiden.

Nach jeder Hundesichtung braucht meine ungefähr 5-10 Minuten bis sie sich wieder halbwegs beruhigt hat und ansprechbar ist. Diese Zeit haben wir in der Stadt meistens gar nicht, da wir alle 2-5 Minuten auf Hunde treffen.
Man kann sich das ungefähr wie mit einem triebgesteuerten und intakten Rüden vorstellen, welcher alle 2 Minuten auf eine läufige Hündin trifft.
Mit Bus und Bahn verhält es sich genauso...überhaupt kein Problem, bis irgendwo ein Hund in die Bahn einsteigt.
Dabei gehe ich schon zu den unmöglichsten Zeiten...ganz vermeiden kann man es trotzdem nicht.

Warum ich das jetzt alles erzähle?
Ich glaube, dass manche hier mein Problem nicht ganz nachvollziehen können. Es geht mir nicht um Bequemlichkeit oder dass ich meinen Hund nicht akzeptiere wie er ist...ganz im Gegenteil. Das Problem ist einfach, dass ich meinem Hund kaum Freiheiten geben kann und er (und natürlich auch ich) dadurch sehr eingeschränkt ist.

Die Zeit auf dem Land tut uns sehr gut und sie darf dann auch einfach mal Junghund sein...bzw. jetzt seit kurzem auch Läufig sein ;)...und ich kann die Zeit mit ihr einfach mal genießen.
 
Dabei
12 Jul 2012
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#22
ich kann mir schon vorstellen dass es in der stadt rel schwierig ist mit einem junghund der sich so schnell hochpuscht. wenn wir hier gehen dann treffe ich häufig bei unserer großen runde keinen einzigen hund, das ist echt mega entspannend einfach weil man mal die seele baumeln lassen kann. wenn ich mir vorstelle ich würde ständig einen hund treffen und dann noch ohne leine,ich glaub ich wäre echt angespannt. allein das überträgt sich ja auch schon auf den hund und bringt ihn in halb-acht-stellung. ich wünsche euch eine schöne zeit :)
 

FrauRossi

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Dabei
26 Mai 2015
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#23
Ich wünsche euch einen schönen Urlaub. Ich kann das verstehen, hier ist die Hundedichte auch sehr hoch, allerdings wohl nicht so wie bei Euch. Und hier sind 99% der Hunde angeleint, was es einfacher macht. Als wir im Winter in Berlin waren, war das auch Horror, weil die Hunde da selbst an der Straße frei laufen und sich auch keiner darum schert ob der Hund grad zu nem anderen hinrennt. Das war schon sehr nervig
 
Dabei
13 Nov 2016
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#24
Ja..ich glaube da wir hier am Dreh- und Angelpunkt wohnen und die Bahnstation vor der Tür haben..ist es bei uns etwas extremer. Zusätzlich wohnen wir auf dem Weg zu mehreren Parks und haben mehrere Weiher in der direkten Umgebung (alle mit Hundewiesen und Freilaufflächen). Gefühlt denken die Leute immer schon, dass sie bei uns im Park sind und leinen die Hunde ab.
Dachte immer, dass diese Lage einen großen Vorteil hätte... mittlerweile fahre ich aber mit dem Auto meistens weit raus.
Denn Sinn des Mottos "leben und leben lassen" verstehen halt nict alle...oder hören beim zweiten Teil weg.

Bei meinen "Pflegehunden" aus dem Tierheim ist das aber nie so störend gewesen. Entweder haben diese sich frewillig und gerne "schützen" lassen oder aber sie sahen abschreckend aus. Ich glaube, dass es einen Unterschied macht...ob die Leute einen jungen Aussie sehen oder bspw. einen Kangal mit Maulkorb. Da brauchst du dann nicht rufen...die weichen von alleine aus oder rennen ihren Hunden hinterher.

Eben war ich dann ein paar Sachen fürs Wochende in der Wohnung holen und als ich die Haustür aufmachte beim rausgehen... kam mir direkt ein Hund entgenen und klebte an meinen Fersen. Die Besitzerin stand auf dem Bürgersteig und unterhielt sich in aller Ruhe...ohne auch nur zu schauen was der Hund macht.
Nun denn...ich habe jetzt (da ohne Hund) mal das gemacht was ich schon immer tun wollte :D ... ich zu der Besitzerin hin....leicht hektisch angetippt und kurz meinen Arm um sie...umarmt und wieder wild angetippt..so getan als würde ich schnüffeln und dann gefragt, wann sie denn das letzte mal ihre Periode hatte?
Sie natürlich irgendetwas zwischen kreidebleich und wutrot....und ich dann direkt: Sehen sie, genauso gehen sie hier mit ihrem Hund allen auf den Zeiger.

Das mag kindisch gewesen sein...aber wenigestens konnte ich mal mit einem Grinsen aus der Situation heraus und der Ärger bleibt beim Gegenüber zurück.
Evtl. wirkt das ja mal.
 
Dabei
27 Feb 2017
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#25
:D Oh, gibt es davon ein Video? Das Gesicht würde ich zu gerne sehen! *lach*
Respekt! Ich hätte mich das niemals getraut. Finde ich aber eine sehr gute Aktion von Dir.
 
Dabei
18 Nov 2015
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#26
Sehr coole Aktion!! Ich musste grad echt lachen :D Das Gesicht hätte ich zu gerne gesehen!
Ich kann dir sagen, denselben Frust hatte ich auch, mit denselben tausend ungewollten Hundebegegnungen pro Tag, als ich noch in der Innenstadt gewohnt hab.. Es war dann so erleichternd, als ich rausgezogen bin und die erste Zeit war es total entspannend, selten bis gar niemand auf dem Spaziergang zu treffen.

Aber auf dem Land tun sich dafür ganz andere Probleme auf :rolleyes: Da wird man plötzlich hinter jedem zweiten Gartenzaun hervor angekläfft. Menschen mit Hund leinen schnell an oder die Hunde sind nie abgeleint, kehren teilweise um. Das ist die positive Seite. Aber wenn man dann mal einen anderen Spaziergänger mit Hund trifft, dann gibts gefühlt oft Theater. Meine Große macht dann natürlich fein mit bei dem Schauspiel. Ich muss sagen, auf dem Land haben wir, von den wenigen die uns begegnen, sehr viele schlechte (im Sinne von angebellt werden) Hundebegegnungen gehabt bisher, sodass ich manchmal in die Stadt fahre um dort positive Hundebegegnungen zu haben :D Die Hunde hier bei uns benötigen scheinbar alle eine große Individualdistanz ;) Aber das kann bei uns auch einfach an furchtbar schlecht getimten Gassigeh-Zeiten liegen..

Ich will damit nur sagen, dass halt alles seine Vor- und Nachteile hat.
 

FrauRossi

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Dabei
26 Mai 2015
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#27
Das war nicht Kindisch das war Großartig!!!! Ich selbst hab auch schon solche ähnlichen Aktionen abgezogen, einmal wollte die Frau mich einweisen lassen :) und einmal hätte mir die Freundin von nem Typen fast eine gescheuert. Aber das war es wert :)
 
Dabei
13 Nov 2016
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#30
Leider haben wir dann heute nach dem "Urlaub" ganz tolle Nachrichten bekommen.
Unter unserer Wohnung kommt ein neuer Supermarkt hin...somit teile ich mir irgendwann mit diesem praktisch den Eingang.

Das wird irgendwie sehr spaßig....denn jetzt ist ja schon kaum ein normales durchkommen an unserer Haustür möglich. Wenn ich mir aber vorstelle, dass der Supermarkt direkt am Eingang ist, dann will ich mir gar nicht ausmalen wie chaotisch das wird. Zudem kommt, dass die Hunde dann nicht nur 2-3 Meter vor der Haustür angebunden werden, sondern direkt davor. Gefangen also in der eigenen Wohnung.
Naja...in mir reift auch momentan der Gedanke, dass ich - in absehbarer Zeit - wieder ins ländliche ziehen möchte. Mal abwarten.....
Jedes Kochende die Betunken vor der Haustür und Menschen die MEINEN Eingang blockieren und sich dann noch hysterisch aufregen, wenn der Hund sie nur anschaut.

Jetzt mal zum Positiven:

Also meine ist trotz Läufigkeit momentan sehr umgänglich. Sie ist müder als sonst und sucht mehr den Rückzug..außerdem ist sie (für ihre Verhältnisse) sehr anhänglich. Trotzdem ist sie, wenn ich mit ihr was unternehmen möchte, sofort zu 100% da. So wie man sich das dann auch eigentlich wünscht.
Was mich nur ein wenig stutzig macht (wir sind momentan am Ende der zweiten Woche)...ist...dass sie sich gegenüber intakten Rüden so verhält wie sonst auch. Also sie will unbedingt hin und dreht auch auf....das vom ersten Tag an. Ist ja aber auch erst die 1. Läufigkeit und ich glaube, dass sie auch weiterhin ihre "rosa-rote Brille" trägt :D ... und noch gar nicht wirklich weiß, was da gerade so los ist. Was ja eigentlich eine sehr schöne Eigenschaft ist.Das ist wirklich nocheinmal eine ganz andere Erfahrung, da ich immer nur Rüden hatte.
 

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