DM – Degenerative Myelopathie (SOD1) beim Australian Shepherd

Degenerative Myelopathie (DM) ist eine langsam fortschreitende, nicht heilbare Rückenmarkserkrankung, die vor allem ältere Hunde betrifft. Beim Australian Shepherd spielt die SOD1-Mutation eine Rolle, aber die Erkrankung tritt deutlich seltener auf als in manchen anderen Rassen. Hier ein aktueller, seriöser Überblick.

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Was ist Degenerative Myelopathie (DM)? 🔍

Unter DM (Degenerativer Myelopathie) werden Erkrankungen zusammengefasst, bei der sich das Rückenmark zunehmend zurückbildet. Die Erkrankung beginnt im Alter und ist langsam fortschreitend, eine Heilung ist nicht möglich. Sie beginnt mit Koordinierungsstörungen der Hinterhand (gestörte Reflexe, Läufe werden nicht richtig aufgesetzt, „Schlingern“, Krallen schleifen beim Laufen über den Boden) und kann bis zur Lähmung der Hinterhand führen. Bekannt ist diese Erkrankung vor allem beim Deutschen Schäferhund, betroffen sind aber weitaus mehr Rassen.

🧬 Wichtig: SOD1 ist nur EINE mögliche Ursache

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Eine Mutation des SOD1-Gens wird mit dem Auftreten der Erkrankung in Verbindung gebracht. Die DM, die durch dieses mutierte Gen ausgelöst werden kann, ist allerdings nur EINE Form von DM. Da es sich bei dem Begriff DM um verschiedene Erkrankungen mit ähnlichen Auswirkungen handelt, die zusammengefasst wurden, sind auch verschiedene Ursachen möglich. Das mutierte Gen SOD1 ist eine davon. Der Erbgang ist autosomal-rezessiv mit unvollständiger Penetranz.

Es gibt wahrscheinlich noch weitere, unerforschte Gene, die an der Entstehung von DM beteiligt sind. Ebenso können andere Erkrankungen (z. B. Bandscheibenvorfall) oder ein Tumor ursächlich sein. DM wird mittels Ausschlussdiagnose festgestellt.

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Gentest auf DM (SOD1) 🧪

Labore bieten für einige Rassen einen Gentest auf das SOD1-Gen an. Mögliche Ergebnisse sind:

🧬 Gentest-Ergebnisse: SOD1 (DM) – Was bedeuten die Ergebnisse?
GenotypBezeichnungBedeutung
N/NFreiNicht betroffen, nicht Träger. Der Hund besitzt zwei normale Erbanlagen und wird nur diese an seine Nachkommen weitergeben.
N/MTrägerNicht betroffen. Der Hund besitzt ein normales Gen und ein mutiertes SOD1-Gen. Er kann das Gen vererben, erkrankt selbst nicht.
M/MBetroffen / RisikoDer Hund hat ein Risiko, an dieser Form der DM zu erkranken, muss aber nicht zwingend erkranken. Er wird das Gen weitergeben.
Hinweis: Farben dienen der schnellen Orientierung – Grün = frei, Orange = Träger, Rot = Risiko.

⚠️ Wichtiger Hinweis

Ein Hund, der auf SOD1 frei getestet wurde, kann an dieser Form der DM nicht erkranken. Trotzdem kann er an einer anderen Form erkranken. Der Test kann also keine DM ausschließen. Auch für betroffene Hunde gibt der Gentest nur an, wie hoch das Risiko ist, im Alter an dieser Form der DM zu erkranken. Aber auch „Betroffene“ (M/M) müssen nicht zwingend erkranken.

DM beim Australian Shepherd

Bevor dieser Test innerhalb der Rasse üblich wurde, gab es keinen Hinweis, dass DM ein großes Problem innerhalb der Rasse darstellt, da die Erkrankung nur selten zu verzeichnen war. Mit Aufkommen des Tests erwiesen sich dennoch einige Hunde (sowohl aus Arbeits- als auch aus Showlinien) als Träger bzw. „Betroffene“.

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Hinweis: Die folgenden Umfragedaten stammen aus einer Aussie.de-Umfrage von April/Mai 2014 (180 Teilnehmer). Sie sind nicht mehr aktuell, geben aber einen historischen Einblick als DM gerade als Krankheit beim Aussie für relevant befunden wurde und erstmals ein Gentest zur Verfügung stand. Neuere Studien (2023–2025) zeigen in europäischen Populationen eine Mutant-Allel-Frequenz von ca. 11–12 % beim Australian Shepherd, mit niedriger klinischer Manifestation.

 

 

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Was wir heute wissen (2026)

DM spielt beim Australian Shepherd eine untergeordnete Rolle – deutlich seltener als z. B. beim Deutschen Schäferhund. Viele M/M-Hunde bleiben lebenslang symptomfrei (unvollständige Penetranz). Dennoch: Gentests sind sinnvoll für Züchter, um informierte Verpaarungen zu planen und das Allel langsam zu reduzieren, ohne die genetische Vielfalt zu gefährden. Keine Panik – aber Vorsicht und Wissen sind besser als Unwissenheit. Mit der geringen Anzahl an Trägern in der Rasse ist es mittels Gentest sehr einfach, keine betroffenen Nachkommen zu züchten.

 

Quellen & Updates:
Basierend auf OFA, UC Davis VGL, Embark, PubMed-Studien (u. a. Zeng et al. 2014, aktuelle Daten bis 2025). Letzte inhaltliche Überprüfung: 2026. Bei Symptomen immer Tierarzt konsultieren.

 

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— Artikel aktualisiert am