Die Wahl des richtigen Züchters ist der erste Schritt für ein angenehmes Zusammenleben zwischen Hund und Mensch. Gerade für Hundeneulinge ist es oft schwer, sich durch den leider sehr unübersichtlich gewordenen Dschungel an Züchtern zu kämpfen, um den passenden zu finden. Die Suche ist nicht einfach, nimmt einiges an Zeit in Anspruch und setzt voraus, dass man sich bereits ein gutes Wissen über die Rasse angeeignet hat und weiß, was man will! Hier möchten wir einige Anhaltspunkte geben: Woran erkenne ich einen guten Aussie-Züchter?
🐾 Unsere Züchterliste
Auf der Suche nach einem passenden Züchter? In unserem Verzeichnis finden Sie eine Übersicht von Züchtern, die Sie bei Ihrer Suche unterstützen kann: Züchterliste auf Aussie.de besuchen

✓ Ein seriöser Züchter:
- • Kann über die Eigenschaften (gute und „schlechte“) sowie Besonderheiten der Rasse und seiner Hunde informieren.
- • Steht auch nach dem Kauf mit Rat und Tat zur Seite.
- • Versucht keinesfalls, Ihnen einen Welpen „aufzuschwatzen“, sondern beäugt seine Käufer durchaus auch kritisch, fragt nach und kann auch mal „Nein“ sagen.
- • Will die zukünftigen Besitzer vorher persönlich kennenlernen.
- • Berät Sie ehrlich, ob diese Rasse für Sie geeignet ist.
- • Erkundigt sich nach den zukünftigen Lebensumständen des Welpen (Zeit, Beschäftigung, Platz usw.).
- • Die Hündin hat genug Zeit, sich von einem Wurf zu erholen.
- • Die Zuchthündin wurde nicht vor dem 2. Lebensjahr (besser ab 3 Jahren, der Aussie ist ein Spätentwickler!) gedeckt und ist nicht älter als 8 Jahre.
- • Belegt die Hündin nicht direkt wieder nach der letzten Trächtigkeit (nachfragen, wann der letzte Wurf war).
- • Züchtet nur mit Papieren (in Deutschland CASD/VDH/FCI oder ASCA)!
- • Elterntiere wurden nachweislich auf rassetypische Krankheiten (HD, ED, verschiedene Augenerkrankungen mindestens alle 2 Jahre beim DOK, CEA, Katarakte, soweit möglich) von einem Spezialisten untersucht. Originalbefunde zeigen lassen und sich nicht auf Worte verlassen!
- • Kann seine Ziele als Züchter erklären (langfristige und kurzfristige).
- • Elterntiere sind MDR1 getestet.
- • Die Welpen werden in der 7. Woche von einem Facharzt für Augenheilkunde auf Augenkrankheiten untersucht. Ein Befundbogen wird mitgegeben.
- • Die Welpen werden nicht vor der 8. Woche abgegeben.
- • Der Wurf wird mit „Familienanschluss“ aufgezogen und wächst nicht isoliert in einer Scheune auf.
- • Die Welpen werden bestens geprägt und sozialisiert (verschiedenstes Spielzeug, Kennenlernen unterschiedlichster Untergründe, Geräusche, Gegenstände, Menschen, andere Tiere usw.).
- • Elterntiere haben ein gutes Wesen; die Welpen sind aufgeschlossen und neugierig.
- • Die Welpen werden geimpft, entwurmt und sind durch einen Chip gekennzeichnet.
! Anzeichen für einen unseriösen Züchter:
- • Welpen sind besonders günstig und werden als Billigangebot angepriesen – oder es werden utopische Preise wie 3.500 € gefordert.
- • Es gibt sehr viele Zuchthündinnen und mehrere Würfe gleichzeitig.
- • Elterntiere haben keine Papiere oder Welpen bekommen keine Papiere. Ebenso ist es unseriös, wenn man für Papiere angeblich mehr bezahlen muss! Entweder haben die Welpen Papiere oder nicht. Darauf achten, dass bei den Eltern kein NFB (Not For Breed) in den Papieren steht (die Originalpapiere zeigen lassen!).
- • Die Mutterhündin ist nicht im Haushalt anwesend (oftmals Ausreden wie: „Die ist gerade spazieren“ usw.).
- • Besuch ist unerwünscht oder gar nicht möglich.
- • Die Mutterhündin wird bei jeder Läufigkeit gedeckt.
- • Der Verkäufer ist nicht der „Züchter“.
- • Die Welpen werden einem quasi aufgeschwatzt.
- • Die Welpen leben bis zum Verkauf nur in einer Kiste, einem Stall oder einem Raum und bekommen nichts anderes zu Gesicht.
- • Der Welpe ist beim Verkauf jünger als 8 Wochen.
- • Die Welpen oder die Mutterhündin machen einen ungesunden Eindruck.
- • Welpen sind sehr ängstlich und scheu.
- • Die Aufzucht erfolgt isoliert, ohne Anschluss an die Familie.
- • Es gibt keinerlei Untersuchungsergebnisse zu typischen Erbkrankheiten bzw. keine schriftlichen Belege.
- • Untersuchungen wie HD/ED sind nicht oder nur vom Haustierarzt ausgewertet und nicht offiziell vom Spezialisten. Steht dort nur „HD-frei“, dann fragen Sie ruhig nach, welches Ergebnis genau ausgewertet wurde (A1/A2: frei, B1/B2: Übergangsform, C1/C2: milde Form von HD).
- • Die Welpen wurden nicht augenuntersucht.
Der erste Besuch: Bauchgefühl und Fakten
Ein Besuch beim Züchter sollte niemals unter Zeitdruck stattfinden. Achten Sie bei Ihrem Termin vor allem auf die Interaktion zwischen dem Züchter und seinen Hunden. Wirken die Tiere entspannt und vertraut im Umgang mit dem Menschen? Ein guter Züchter wird Ihnen stolz die gesamte Umgebung zeigen, in der die Welpen aufwachsen. Nutzen Sie die Gelegenheit, um auch die Mutterhündin in ihrem Alltag zu beobachten – ihr Wesen gibt Ihnen oft einen ersten Hinweis auf das spätere Temperament Ihres Welpen. Vertrauen Sie neben allen Fakten auch auf Ihr Bauchgefühl: Ein seriöser Züchter ist ein Partner für ein ganzes Hundeleben.
Der Kaufvertrag: Sicherheit für beide Seiten
Ein schriftlicher Kaufvertrag ist bei einem seriösen Züchter Standard. Dieser sollte nicht nur den Kaufpreis und die Identifikationsdaten (Chipnummer) des Welpen enthalten, sondern auch klare Zusicherungen über den Gesundheitszustand und die erfolgten Untersuchungen. Oft beinhalten Verträge von verantwortungsvollen Züchtern auch ein Rückkaufsrecht oder eine Klausel, dass der Hund bei Problemen an den Züchter zurückgegeben werden kann. Dies zeigt, dass dem Züchter das Wohl seiner Tiere auch lange nach dem Auszug am Herzen liegt. Lassen Sie sich den Vertrag in Ruhe erklären und unterschreiben Sie erst, wenn alle Ihre Fragen beantwortet sind.
— Artikel aktualisiert am —
