Tipps für den Halter

Dabei
29 Mrz 2018
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#31
Hallo Fritz,

alles haarklein zu erklären würde das Forum sprengen. ;)
Aber ich kann gerne kurze Beispiele und Tipps nennen, wie wir es gemacht haben.

Für uns war ein großer Schritt zu lernen, dass sich unsere Fellnasen auch über andere Dinge als Belohnungen/Verstärker freuen.
Es muss nicht immer Futter sein. Ich denke sich von dem Gedanken "Leckerchen geben" zu lösen und ihn dann auch in der Praxis umzusetzen
ist mit das Schwierigste. Die Hand verschwindet doch schnell in der berühmten Jackentasche. :p
Deshalb vielleicht einfach mal an eine ruhigen Ort fahren und Leckerchen bewusst zu Hause lassen.
Und dann die eigene Stimme und Körpersprache ausprobieren.
Wieder vertrauen in sich fassen, dass es auch ohne Futter funktionieren kann.

Sich wieder bewusst werden, dass man mit der Stimme und der Körpersprache doch zwei extrem starke Mittel besitzt um mit seinen Hunden zu kommunizieren. Wir haben dabei selbst gemerkt, dass die Bindung noch mal ein ganz anderes Level erreicht, als wenn man einfach nur ein Leckerchen in den Hund reinwirft, sondern sich wirklich mal richtig mit ihm über eine geschaffte Aufgabe freut.
Also wirklich Gefühle zeigen im Alltag und im Training. Nicht nur eine freundliche Stimme, die sagt "fein" oder "super".
Gerne lachen, grinsen und den Körper auch sprechen lassen. Vielen fällt es wirklich schwer Freude zu zulassen.
Ist eine Hürde aus sich rauszukommen. Gleiches gilt für Ärger und Missmut zeigen.
Es lohnt sich daran zu arbeiten.

Gut ist auch sich die Frage zu stellen, was findet mein Hund außer Leckerchen gut. Welche Vorlieben hat er.
Bei Puma war es ganz leicht: Kuscheln. Nichts geht bei ihm über Kuscheln und Körperkontakt.
Bei Knödel sind es zum Beispiel ganz andere Dinge: Alles was mit Hund sein dürfen zu tun hat. Sachen mit den Augen verfolgen, der Freilauf an sich. An Maulwurfshügeln horchen, gemeinsam Spielen oder einen seiner Lieblingstricks ausführen zu dürfen. Socken apportieren.

Ein schönes kurzes Beispiel ist der Rückruf. Dabei muss ich sagen, dass ich wirklich in Mini-Schritten meine Fellnasen ausbilde.
Und nichts verlange, was nicht zu 100% sitzt. Erst im Haus, dann im Garten, dann nahes Umfeld mit wenigen Reizen.
Ich staffel das immer weiter. Beim ersten Besuch in einem neuen Umfeld gebe ich ihnen zu Beginn immer die Chance
alle Reize wahrzunehemen. Beim zweiten Besuch verlange ich dann die ersten Dinge.
Mir half es auch mich von diesem Druck frei zumachen, dass Hunde etwas in einem gewissen Zeitraum erlernen müssen.
Ich persönlich fand die Hundeschule mit meinem zweiten Aussie dabei eher kontraproduktiv.
Rückblickend auch mit meinem ersten Aussie. Hunde lernen bis zum Lebensende.

Beim Rückruf war es so... dass klingt vielleicht komisch, oder befremdlich, aber ich habe mich gefreut, wenn Puma sich in meine
Richtung bewegte, oder mich ansah. Stimmlich und auch mit dem Körper. Zum Beispiel ging ich in die Hocke.
Das reichte schon in der Wohnung als Verstärker. Belohnung war das gemeinsame Kuscheln und Spielen auf dem Boden.
Dann streute ich das Kommando und seinen Namen mit ein.
Irgendwann ging es dann nach draußen. Erst mit 10m Leine. Als das passte, ohne Leine.
Dann war die Belohnung beim Rückruf nicht immer das Spiel, oder Kuscheln, sondern der Freilauf und Hund sein dürfen.

Richtig "Fuß laufen" in dem Sinne habe ich nur Knödel beigebracht, verlange ich aber nicht mehr.
Puma habe ich es nicht mehr beigebracht.
Finde ich aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr richtig und passend für uns.
Mir reicht ein lockeres an der Leine gehen.
Auch in Mini-Schritten beigebracht.
Ich belohne zum Beispiel schon Verhalten was die Fellnasen von sich aus zeigen.
In der Wohnung angefangen. Lief Puma neben mir her habe ich ihn mit der Stimme und Mimik einfach schon einmal gelobt.
Aufmersamkeit war sofort von ihm da, nach dem Motto: Oh, sie ist freundlich und gut gelaunt.
Dann irgendwann das Kommando eingestreut. Bei uns heißt "locker nebenher laufen": kurz.
Ein paar Schritte und dann wieder mit ihm gekuschelt/gespielt. Nach und nach Zeitfenster vergrößert und von der Wohnung
in den Garten gewechselt.
Seperat habe ich ihm die kurze Leine kennenlernen lassen. Er durfte sie beschnüffeln. Ich habe ihn an- und abgeleint.
Bin aber nicht mit ihm kurz angeleint gelaufen. Das kam erst ganz zum Schluss.
Ich denke beim Fuß- und Leinentraining, machen viele den Fehler, zu schnell zu viel zu wollen.

Vieles mache ich ohne Futter. Aber es darf auch bei uns mal eine Leckerei geben. :)
Wenn dann immer erst ganz am Ende einer Trainingseinheit. Sonst ist die Konzentration futsch. ;)
Hallo,
natürlich sind Hunde unterschiedlich und jeder sollte sich auch auf die Eigenheiten bei seinem Hund einlassen .
Erziehung besteht aber für mich nicht nur aus dem Konditionieren auf Kommandos , sondern ebenso auch auf alle Umweltreize .
Sozialisierung und Erziehung gehören zusammen und prägen den Hund , der mit seinen besonderen Anlagen ausgestattet ist .

Futter ist aber für jedes Lebewesen existenziell notwendig und kann wohl immer als Belohnung und Lockmittel genutzt werden
und Hunger ist zusätzlich noch ein guter Lehrmeister .

Aber natürlich reagieren einige Hunde auch auf Spielzeug , oder andere Dinge , die ihnen Freude machen und als Verstärker dienen können .
Man kann jedoch auch bestimmte Dinge für den Hund als Belohnung nutzen , auf die man ihm scharf . schmackhaft gemacht hat ,
oder man ihn konditioniert hatt , so , dass er auf bestimmte Geräusche reagiert , wie beim Klickertraining .

Die Möglichkeiten für eine Manipulation sind groß und sollten immer individuell auf den Hund , oder den zu lernenden Trick zugeschnitten werden .
Natürlich sind auch die Bedürfnisse und Vorstellung des jeweiligen HH immer individuell , doch im Endeffekt , kann ein gut erzogener Hund , der seine Kommandos beherrscht , auch nur die notwendigen Freiheiten bekommen und darum sollte man immer zum Ziel haben , seinen Hund optimal zu Erziehen .

Meine Mini -Aussie - Hündin hat den Wille zu gefallen , ist sehr Körper bezogen , verfügt über einen gewissen wach Trieb , etwas Jagdtrieb
und zeigt auch Hüteverhalten . Mit diesen Anlagen muss ich umgehen lernen und kann solche Eigenschaften verstärken , oder versuchen ,
diese zu unterdrücken .

Ich habe das Ziel , den Hund zu einem gehorsamen und freundlichen Wesen zu machen , welches wie ein Therapiehund eingesetzt werden kann
und für alle Kontakte aufgeschlossen ist , aber sich auch genau so in einer urbanen Umgebung , wie im Wald , ohne Probleme , frei bewegen kann .

Ich denke , Hundeerziehung ist ständige Arbeit , bei der man vor keiner Herausforderung ausweichen sollte ,
sondern solche immer für ein Training einsetzen kann .

Ich kann nicht verstehen , wie und warum manche Hundehalter immer versuchen Problemen auszuweichen , Kontakte vermeiden
und ihre Ruhe haben wollen ?
 
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Dabei
21 Feb 2011
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#32
Jetzt mische ich mich mal ein: Themen, wie man einem Hund das Fußlaufen usw beibringen kann, haben wir hier genug.

In diesem Thread sollte es um den Halter gehen, wie ein Halter sein Verhalten ändern kann, damit der Hund seins ebenfalls ändert und nicht, wann ich wieviele Kekse in den Hund schiebe.

Belohnung kann vieles sein, z. B. auch, die Leine zu lösen und den Hund schnuppern lassen. Das kommt auf die Situation an und darauf, was dem Hund in diesem Moment gerade besonders wichtig ist.

Einen Hund mit Leckerlis zu locken oder abzulenken, kann erfolgreich sein und man kann sagen: ok, Problem für mich gelöst. Das ist auch in Ordnung, soll jeder so machen, wie er am Besten zurecht kommt.
Nur lernt der Hund durch locken und ablenken nicht, mit einer Situation umzugehen. Wenn der Hund eine, für ihn unangenehme, Situationen bewusst wahrnimmt, sich dann an seinem Halter orientiert und sich denkt: mein Mensch bleibt da ganz locker, also kein Grund, mich aufzuregen......ja dann, dann hab ich es als Mensch geschafft.

Übrigens kann auch ein super Therapiehund ausserhalb seines Jobs, völlig unerzogen sein.
 
Dabei
19 Jan 2017
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#33
Entschuldige Gundi, sollte nur ein Beispiel sein, wie man ohne Leckerei üben könnte.
Zurück zum eigentlichen Thema. :)
 
Dabei
21 Feb 2011
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#34
Entschuldige Gundi, sollte nur ein Beispiel sein, wie man ohne Leckerei üben könnte.
Zurück zum eigentlichen Thema. :)
Musst dich nicht entschuldigen, alles gut. :emoji_kissing_heart:
Ich finde den Weg, den du gehst, sehr spannend. Ist ja auch ein Tipp für andere, dass nicht immer zwingend mit Futter belohnt werden muss. :)
 
Dabei
29 Mrz 2018
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#35
Wenn der Welpe hinter einem herwackelt, was ist daran so schlimm? Je weniger man ihn dabei beachtet, einfach sein Ding weitermacht, umso schneller wird er merken, dass da nix Spannendes passiert. Spricht man ihn an, hat er Erfolg und man macht es wichtig für ihn. Je mehr man in solchen Momenten auf den Welpen eingeht, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass er einem immer wieder folgt.

Hunde sind wahre Meister darin, uns zu beobachten und zu lesen. Sie haben ja auch den ganzen Tag nichts anderes zu tun.
Sie „sehen“ jede Unsicherheit, jede Anspannung, jede Verzweiflung sofort. Aus jeder Emotion ziehen sie Energie und die verwenden sie wieder „gegen“ uns.
Das kann man mit seinem Hund spielen, aber man wird das Spiel verlieren.

Deshalb ist Ruhe bewahren, Emotionen runterfahren, authentisch sein ganz ganz wichtig in der Hundeerziehung und ein riesiger Schritt zum Erfolg.

Wenn der Hund ein störendes, unerwünschtes Verhalten zeigt, z. B. blöd sein bei Hundebegegnungen, und man will das ändern, dann muss man als Mensch erstmal sein eigenes Verhalten ändern, sonst kann der Hund das nicht.

Gelassenheit, Emotionen ausschalten, authentisch, konsequent und berechenbar sein, den Hund nicht auf einen Thron heben und nicht jedes noch so winzige Detail analysieren.....dann klappt das schon. Einfach ist Erziehung nie.
Hallo,
ich denke nicht das Hundewelpen Tiere sind , die unsere Unsicherheiten beobachten , damit sie gegen uns irgendwas gewinnen wollen ,
gerade jungen Hunde versuchen uns zu gefallen und werden nur verunsichert , wenn sie immer abgewiesen werden .

Gerade wenn man als HH interessant ist und der Welpe möchte in der Nähe sein , gibt es im Freilauf , oder bei der Erziehung weniger Probleme .

Wenn wir z.B. bei Hundebegegnungen unnötig eingreifen , oder diese ständig vermeiden ,
kann sich beim Welpen ein störendes, unerwünschtes Verhalten entwickeln und der junge Hund blöd sein , bei allen Hundebegegnungen .
Eingreifen sollte man nur , wenn andere Hunde ein stark gestörtes Verhalten zeigen .

Jeder sollte das Verhalten bei seinen Hund analysieren und verstehen lernen .
HH können nur so richtig reagieren und erkennen , welche Maßnahmen erforderlich sind und wann ein Eingreifen sinnvoll ist .
Ein gutes Hund -Mensch - Gespann kann nur erfolgreich sein , wenn Mensch, wie Hund sich gut verstehen und vertraut miteinander sind ,
wenn die Emotionen nicht trennen , sondern zu einer Verbindung werden , dieses möchte nicht nur der Mensch , sondern auch sein Hund .

Bei der Hundeerziehung sollte man keine unnötigen Prinzipien haben ,
sondern sich individuell auf die besonderen Eigenheiten beim Hund einlassen und immer den einfachsten Weg suchen .
Jede Erziehungsmethode hat Vor und Nachteile , gut ist , wenn man nach Bedarf variieren kann .
 
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Dabei
21 Feb 2011
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#36
Hallo,
ich denke nicht das Hundewelpen Tiere sind , die unsere Unsicherheiten beobachten , damit sie gegen uns irgendwas gewinnen wollen ,
gerade jungen Hunde versuchen uns zu gefallen und werden nur verunsichert , wenn sie immer abgewiesen werden
Das habe ich auch nirgends geschrieben.
 

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