Katarakt (Grauer Star) beim Australian Shepherd

Katarakt ist die häufigste Augenerkrankung beim Australian Shepherd. Etwa 4 % der Aussies entwickeln irgendwann im Leben Katarakt – meist langsam fortschreitend, später auch zur starken Sehbehinderung führend. Viele Formen sind erblich (z. B die bereits bekannte HSF4-Mutation), aber nicht alle Hunde mit Mutation erkranken. Es gibt auch nicht-erbliche Ursachen.

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Was ist Katarakt? 👁️

Katarakt (Grauer Star) ist eine Trübung der Augenlinse, die das Licht nicht mehr richtig durchlässt. Das führt zu verschwommenem Sehen bis hin zur Erblindung – zwar Schmerzfrei, aber fortschreitend mit zunehmender Beeinträchtigung. Beim Aussie tritt Katarakt meist im Erwachsenenalter auf (oft ab 3–7 Jahren), selten bei Welpen.

Es gibt unterschiedliche Ursachen:

  • Erblich (häufigste Form beim Aussie: HSF4-assoziierte Katarakt, aber weitere Gene vermutet)
  • Altersbedingt
  • Trauma, Entzündung, Diabetes, Medikamente oder Ernährung

Die erbliche Form ist dominant: Eine Kopie der Mutation erhöht das Risiko stark (ca. 17-fach), aber nicht jeder Träger erkrankt. Homozygote (zwei Kopien) haben oft schwereren und früheren Verlauf.

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Häufigkeit beim Australian Shepherd 📊

Nach ASHGI-Daten (Umfragen 2009–2010 und Augenstatistiken) entwickeln etwa 4 % der Aussies Katarakt – das macht es zur häufigsten erblichen Augenerkrankung der Rasse. In neueren europäischen Gentest-Daten (2020–2024, Italien u.a.):

  • Mutant-Allelfrequenz HSF4: ca. 6 % (Italien: 6,01 %)
  • Heterozygote Träger: max. 11–12 %
  • Homozygote Betroffene: sehr selten (0,4 % oder weniger)
  • Clear (frei): ca. 88–90 % in getesteten Populationen

Durch den Gentest seit 2008 haben viele Züchter vorsorglich Träger aus der Zucht genommen – die Trägerrate ist heute deutlich niedriger als früher (früher bis 25 %). Klinisch manifeste Katarakte bleiben aber bei ca. 4 %.

 

HSF4-Gentest – Ergebnisse & Bedeutung 🧬

GenotypBezeichnungBedeutung & Zucht
N/NClear / freiKeine Mutation. Sehr geringes Risiko für erbliche Katarakt. Frei verpaarbar.
N/HSF4Träger (Carrier)Erhöhtes Risiko (ca. 17-fach), aber nicht jeder erkrankt. Nur mit Clear-Partner verpaaren → Welpen clear oder Träger
HSF4/HSF4Betroffen (Affected)Hohes Risiko für frühe/schwere Katarakt. In heutiger Zucht sehr selten. 

Der Test ist seit 2008 verfügbar und Routine. HSF4 ist ein Risiko-Gen, es vererbt sich autosomal dominant mit unvollständiger Penetranz. Heute ist die Trägerrate niedrig.

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Symptome & Verlauf 👁️

Katarakt beim Australian shepherd

Typisch für die HSF4-Form:

Heterozygote Träger (nur eine mutierte Kopie des HSF4-Gens) leiden vorwiegend an einer posterioren polaren Katarakt (PPSC). Diese Form beeinträchtigt beim Australian Shepherd nicht zwangsläufig das Sehvermögen. (Laboklin)
 
  • beidseitig, posterior (hinten an der Linse beginnend)
  • Langsam fortschreitend
  • Trüber Blick, blaue/graue Linse
  • Erblindung bei dieser Form nicht zwingend, aber möglich, Hunde passen sich gut an, da langsam fortschreitend

Nicht alle Katarakte sind erblich – viele bleiben mild oder stabil.

Diagnose & Behandlung 🩺

Die Diagnose erfolgt durch einen Facharzt für Augenheilkunde (Spaltlampe). Eine Operation (Linsenimplantation) ist möglich und hat sehr gute Prognose – das wird üblicherweise bei starker Sehbehinderung gemacht. Nach einer Operationen können die Hunde wieder voll sehen. Viele Hunde leben jahrelang gut mit Katarakt. 

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Zucht & Prävention 🛡️

Allgemeine Empfehlung: Alle Zuchthunde augenärztlich untersuchen + HSF4 testen. Träger nur mit Clear verpaaren. Da nicht alle Träger erkranken & Zuchthunde regelmäßig augenuntersucht werden, ist ein kompletter Ausschluss nicht zwingend – Transparenz, Dokumentation und DOK-Augenuntersuchungen sind entscheidend.

 

Quellen & weiterführende Infos 📚

Stand: Februar 2026. Bei Trübungen immer Fachtierarzt (Augentierarzt) konsultieren.