Zuletzt aktualisiert: Februar 2026 – wichtige, umfassende Aktualisierungen aufgrund neuester Erkenntnisse durch Labore und Forschung
Pelger-Huët-Anomalie bzw. Hyposegmentierung von Granulozyten (PHA / HG) beim Australian Shepherd 🩸
Die Pelger-Huët-Anomalie (PHA), auch Hyposegmentation der Granulozyten (HG) genannt, ist eine gutartige, angeborene Besonderheit der weißen Blutkörperchen (Neutrophile). Beim Australian Shepherd kommt sie vor, aber ist harmlos und hat keine gesundheitlichen Auswirkungen auf den Hund.
Was ist PHA / HG? 🔍

Typischer Blut-Ausstrich: Neutrophile mit runden oder stabförmigen Kernen statt normaler Segmentierung
Bei der Pelger-Huët-Anomalie sind die Kerne bestimmter weißer Blutkörperchen (vor allem Neutrophile) nicht oder nur unvollständig segmentiert – sie bleiben rund, oval oder stabförmig. Früher wurde das als Pelger-Huët-Anomalie (PHA) bezeichnet, neuere Studien nennen es Hyposegmentation der Granulozyten (HG), da es beim Hund genetisch anders verläuft als beim Menschen.
Die Anomalie ist autosomal-rezessiv vererbt (LMBR1L-Gen, Splice-Site-Variante c.191+1G>A). Homozygote Hunde zeigen den Phänotyp, Heterozygote sind normal. Es handelt sich um eine benigne (gutartige) Veränderung – die Zellen funktionieren normal und bekämpfen Infektionen effektiv.
Gentest ist möglich – aber nicht nötig 🧪
Früher konnte PHA nur über Blut-Ausstrich (mikroskopisch) diagnostiziert werden, daraufhin wurden die Hunde in ‘negativ’ (frei) und ‘positiv’ (nicht frei) eingeteilt. Seit kurzem gibt es einen Gentest auf die ursächliche LMBR1L-Mutation. Ob es noch weitere ursächliche Gene für die phnötypische PHA gibt, ist derzeit nicht bekannt, aber möglich.
Ergebnisse:
- N/N (Clear): Keine Mutation – normal
- N/HG (Heterozygot): Träger – normaler Blutbefund, vererbt 50 % Risiko
- HG/HG (Homozygot): Betroffen – zeigt PHA/HG im Blutbild, aber keine gesundheitlichen Probleme
Laut Uni Bern und Certagen nicht mit gesundeitlichen Problemen verknüpft. Die Anomalie ist gutartig.
Auswirkungen & Gesundheit – harmlos 🟢
Betroffene Hunde:
- haben normale Immunabwehr
- zeigen keine erhöhte Infektanfälligkeit
- haben keine Organprobleme, keine Anämie, keine Leukämie-Risiken
- leben völlig normal (Sport, Zucht, Alltag)
Frühere Annahmen über eine mögliche Lethalität bei Homozygoten basierten auf älteren Beobachtungen und Vergleichen mit der humanen Form. Neuere genetische Studien (seit 2023) haben gezeigt, dass dies beim Hund nicht zutrifft: betroffene Hunde sind klinisch unauffällig.
Häufigkeit beim Australian Shepherd 📊
PHA/HG ist beim Aussie eine der häufigeren Blutbesonderheiten:
- Prävalenz (betroffene Hunde): ca. 9–14 % in verschiedenen Studien und Populationen (ältere Daten 9,8–13 %, Schweizer Kohorte 2023: 14 % bei 77 Hunden, große Meta-Analyse 2025: 6,47 % in Aussies)
- ASHGI: Als „selten“ eingestuft, aber stabil in der Rasse vorhanden – keine klinischen Probleme bei Betroffenen.
- Schweizer Aussie-Club (SKG-Projekt): In umfangreichen Testreihen (mehrere hundert Hunde) bestätigte Häufigkeit im einstelligen bis niedrigen zweistelligen Prozentbereich (allerdings nach Blutausstrich)
Die Anomalie wird oft zufällig bei Blutuntersuchungen entdeckt und früher häufig mit Infektionen verwechselt.
Zucht & Abgrenzung zur humanen Form 🛡️
Da PHA/HG keine gesundheitliche Beeinträchtigung darstellt, benötigt es aus wissenschaftlicher Sicht keine Zuchtausschlüsse und keine obligatorischen Tests.
Frühere Annahmen zur PHA/HG-Vererbung, basierend auf klinischen Beobachtungen und Vergleichen mit der humanen Form, deuteten auf eine dominante Vererbung mit möglicher Lethalität bei Homozygoten hin, was zu Vorsichtsmaßnahmen in der Zucht führte. Man nahm an, dass die Verpaarung zweier PHA-positiv Hunde, zu geringeren Wurfgrößen führen würde. Neuere genetische Studien seit 2023 haben jedoch gezeigt, dass zumindest die Mutation im LMBR1L-Gen autosomal-rezessiv vererbt wird und selbst bei homozygoten Hunden (HG/HG) harmlos ist – ohne Infektanfälligkeit oder embryonale Verluste. Dieser Wissenszuwachs ermöglicht eine entspanntere Handhabung, während Transparenz weiterhin wichtig bleibt.
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