Ein meist harmloser, angeborener Rest eines embryonalen Blutgefäßes im Auge – oftmals ein Zufallsbefund während der Welpen-Augenuntersuchung oder bei späteren DOK Augenuntersuchungen. 👁️
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Die Arteria hyaloidea persistens (AHP) ist ein embryonales Blutgefäß, das normalerweise während der Fetalentwicklung die Linse versorgt und dann vollständig zurückgebildet wird. Bei manchen Hunden bleibt ein Teil dieses Gefäßes als feiner Strang oder Faden erhalten – meist von der Linse (hinten) zur Papille (Sehnerveneintritt) oder in den Glaskörper ragend. Bei Welpen kann AHP in den ersten Lebenswochen noch verschwinden.
AHP ist nicht zwingend erblich. Es handelt sich meist um eine sporadische Fehlbildung während der embryonalen Entwicklung und kann grundsätzlich jede Hunderasse betreffen. Beim Australian Shepherd wird sie eher bemerkt, weil die Rasse sehr großflächig augenärztlich untersucht wird (DOK). Insgesamt kommt sie beim Aussie nicht sehr häufig vor. AHP wird von der ECVO/DOK in mehrere Typen eingeteilt – je nachdem, wo die persistierenden Gefäßreste verlaufen und ob sie mit anderen Strukturen verbunden sind. Die gängigste Klassifikation ist folgende:
- Typ 1: Arteria hyaloidea persistens vom hinteren Linsenpol (posterior capsule) zur Papille (Sehnerveneintritt). Der klassische, häufigste Typ – ein Strang durch den Glaskörper. Harmlose Form.
- Typ 2: Restgefäße von der Iris zur Linse (iris-to-lens). Oft mit Membrana pupillaris persistens (MPP/PPM) kombiniert.
- Typ 3: Gefäßreste von der Iris zur gegenüberliegenden Iris (iris-to-iris). Meist dünne Fäden quer durch die Pupille.
- Typ 4: Kombinierte Formen oder Gefäße, die an der Linse anhaften und dort eine lokale Katarakt auslösen können (sehr selten). Diese Form ist dann aufgrund der entstehenden Katarkt auch meist Zuchtausschließend
Auswirkungen – meist unbedenklich 🩺
- Meist nur kosmetisch: feiner Strang oder Faden im Glaskörper / vor der Linse
- Keine Schmerzen, keine Entzündung
- Sehr selten: minimale Lichtstreuung oder Schattenwurf (wenn der Strang dick ist)
- Keine Beeinträchtigung der Sehschärfe in den allermeisten Fällen
- bei schwereren Formen kann Katarakt entstehen
Betroffene Hunde sehen normal und leben ohne Einschränkung. Nur in seltenen Fällen (schwere Form, dicker Strang mit Linsenberührung) kann es zu einem lokalen Katarakt kommen.
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