Eine angeborene anatomische Variante 🐕
Was ist ein Übergangswirbel (LÜW)? 🔍
Der LÜW, auch als lumbosakraler Übergangswirbel bekannt, beschreibt eine angeborene anatomische Abweichung am Übergang zwischen der Lendenwirbelsäule und dem Kreuzbein. Normalerweise hat ein Hund 7 Lendenwirbel (L1 bis L7) und ein Kreuzbein aus 3 verwachsenen Wirbeln. Bei einem LÜW kann der letzte Lendenwirbel (L7) Merkmale des Kreuzbeins annehmen (Sacralisation) oder der erste Kreuzbeinwirbel (S1) wie ein Lendenwirbel wirken (Lumbarisation). Dies kann zu einer scheinbaren Veränderung der Wirbelzahl führen, z. B. 8 Lendenwirbel.
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Diese Variante ist congenital, d. h. von Geburt an vorhanden, und tritt bei vielen Säugetieren auf, einschließlich Hunden.
Key Facts zu LÜW 📊
- Lage: Am Übergang L7 zu S1.
- Typen: Typ 0 (normal), Typ 1 (mild, oft asymptomatisch), Typ 2 und 3 (stärkere Veränderungen).
- Bedeutung: Kann die Biomechanik leicht beeinflussen, ist aber in den meisten Fällen lange unproblematisch.
Häufigkeit von LÜW bei Hunden 📈

LÜW kommt bei vielen Hunderassen vor und ist kein seltenes Phänomen. Die Prävalenz variiert je nach Rasse, Untersuchungsmethode und Region. Studien zeigen eine Gesamthäufigkeit von etwa 3,5 % bis 18,5 % in gemischten Populationen. Bei bestimmten Rassen ist sie höher:
- Deutscher Schäferhund: 4–29 %
- Rhodesian Ridgeback: Ca. 5 % symmetrisch
- Andere Rassen: 0–67 %, je nach Studie
Bei sportlichen Rassen wie dem Australian Shepherd wird LÜW regelmäßig untersucht, da es in Zuchtvereinen wie dem CASD (Club für Australian Shepherd Deutschland) verpflichtend ist. Es tritt bei Aussies auf, bleibt aber oft unerkannt, wenn nicht extra geröntgt wird.
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Häufigkeitsvergleich 🐶
Generell: 3,5–18,5 % aller Hunde.
Spezifisch für Aussies: Daten variieren, aber in Zuchtpopulationen durch Untersuchungen erfasst. Aktuell werden erst Daten gesammelt, bis genauere Zahlen genannt werden können.
Diagnose von LÜW 🩺
Die Diagnose erfolgt hauptsächlich durch Röntgenaufnahmen, oft im Rahmen von Hüftdysplasie (HD)-Untersuchungen zur Zuchtzulassung. Ventrodorsale und laterale Aufnahmen ermöglichen eine Klassifizierung in Typen. Außerhalb von Zuchtuntersuchungen ist es oftmals ein Zufallsbefund in vielen Fällen und erfordert keine invasive Behandlungen.
Röntgenbeispiele: Lumbosakraler Übergangswirbel im Vergleich
Die Bilder dienen nur der Veranschaulichung. Die genaue Beurteilung sollte immer durch einen erfahrenen Gutachter / Tierarzt erfolgen.
Symptome und Auswirkungen ⚕️
LÜW ist in den meisten Fällen asymptomatisch, besonders bei aktiven und robusten Rassen wie dem Australian Shepherd und bei den Typen 1 und 2. Symptome treten selten auf und können sein:
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- Leichte Rückenschmerzen oder Lahmheit.
- Erhöhtes Risiko für Cauda-Equina-Syndrom (CES) in schweren Typen, aber dies ist nicht die Regel.
- Assoziation mit Hüftdysplasie (HD), aber keine direkte Ursache (eher beim Schäferhund)
Bei Aussies fallen Symptome oft nicht auf, da die Rasse robust ist. Regelmäßige Bewegung und Gewichtskontrolle helfen, potenzielle Probleme zu minimieren.
Erblichkeit von LÜW 🧬
LÜW hat eine genetische Basis mit moderater Erblichkeit (Heritabilität h² = 0,056–0,314 je Rasse). Es gibt eine familiäre Häufung, aber der genaue Erbgang ist nicht vollständig erforscht. In Studien wird eine polygenetische Vererbung angenommen.
Bei Rassen wie dem Australian Shepherd wird durch Röntgenuntersuchungen in Zuchtprogrammen das Risiko minimiert.
Zuchtaspekte und Empfehlungen 📜
In seriösen Zuchtvereinen wie dem CASD ist die Untersuchung auf LÜW verpflichtend für Zuchthunde. Aktuell muss festgestellt werden, wie hoch die Anzahl betroffener Hunde ist und wie stark die Auswirkungen auf den einzelnen Hund sind.
aktuelle Empfehlungen:
- Hunde, die in die Zucht gehen, sollten darauf untersucht werden
- Betroffene Hunde nur mit freien Hunden verpaaren
- Datensammlung & Kontrolle der Prävalenz durch den Zuchtverein
- Welpenkäufer sollten auf untersuchte Eltern achten.
Dies trägt zur Gesundheit der Rasse bei, ohne die Vielfalt zu beeinträchtigen.
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