Progressive Retinal Atrophy (PRA-prcd) beim Australian Shepherd

pra-bei-aussie
PRA ist eine erbliche Augenerkrankung, die zur fortschreitenden Erblindung führen kann – beim Australian Shepherd glücklicherweise sehr selten. Dank eines zuverlässigen Gentests (PRCD-Mutation) lässt sich das Risiko in der Zucht fast vollständig eliminieren.

Was ist PRA beim Hund? 🔍

Progressive Retinal Atrophy (PRA) ist eine Gruppe erblicher Netzhauterkrankungen, bei denen die Photorezeptoren (Stäbchen und Zapfen) in der Retina nach und nach absterben. Die häufigste und beim Aussie relevante Form ist **prcd-PRA** (progressive rod-cone degeneration), verursacht durch eine Mutation im PRCD-Gen (Exon 1, c.5G>A, p.C2Y). Der Erbgang ist **autosomal-rezessiv**: Nur Hunde mit zwei Kopien der Mutation (homozygot betroffen) erkranken. Träger (eine Kopie) bleiben gesund und symptomfrei.

Symptome & Verlauf beim Australian Shepherd ⚠️

Bei prcd-PRA beginnt die Erkrankung meist im **erwachsenen Alter** (reife Erwachsene, oft 4–8 Jahre):
  • Erstes Anzeichen: **Nachtblindheit** (Hunde stolpern im Dunkeln, zögern bei schwachem Licht).
  • Später: Verlust des Tagsehens, eingeschränktes Farb- und Bewegungssehen.
  • Endstadium: Vollständige, schmerzlose Erblindung.
Die Krankheit verläuft langsam und schmerzfrei. Betroffene Hunde passen sich meist sehr gut an (verlassen sich auf Gehör, Geruch und Tastsinn). Keine Schmerzen, keine Entzündung – aber leider keine Heilung oder wirksame Therapie (Stand 2026).

Häufigkeit & Statistiken beim Aussie 📊

Im Vergleich zu vielen anderen Rassen (z. B. Labrador, Toy Poodle oder Cocker Spaniel mit Carrier-Raten von 10–20 %) ist PRA-prcd beim Australian Shepherd **deutlich seltener**:
  • Betroffene (zwei Kopien): <1 % (meist deutlich unter 1 %).
  • Träger (eine Kopie): Schätzungen liegen bei **1,5–5 %**, je nach Population und Testdatenbank (ASHGI: 5–10 % historisch, neuere Daten oft niedriger).
  • Clear (frei): Über **95–98 %** in aktuellen großen Datensätzen (z. B. Embark: 98,4 % clear, 1,5 % Träger bei opt-in-getesteten Aussies).
  • In Europa (z. B. Italien 2023): Allelfrequenz nur 0,02–0,38 % in getesteten Populationen.

🟢 Aktuelle PRA-prcd-Statistiken (Zusammenfassung 2023–2026)

  • ASHGI (Australian Shepherd Health & Genetics Institute): Betroffene <1 %, Träger ca. 5–10 % (ältere Schätzung).
  • Embark-Datenbank (opt-in): 98,4 % clear, 1,5 % Träger, deutlich weniger
  • Italienische Studie (2023): Nur 3,33 % Träger in 120 getesteten Aussies (Allelfrequenz 0,02–0,38 %).
  • Globale kommerzielle Tests: Aussie gehört zu den Rassen mit niedrigem Risiko für prcd-PRA (deutlich unter Risikorassen wie Swedish Lapphund oder American Eskimo Dog).

Gentest – Routine & sehr zuverlässig 🧪

Der Gentest auf die PRCD-Mutation ist seit vielen Jahren verfügbar (Labore wie Certagen, Paw Print Genetics, Laboklin usw.) und gehört zur Routine in seriöser Aussie-Zucht. Ergebnisse:
  • Clear / N/N: Keine Mutation – frei.
  • Carrier / N/PRCD: Eine Kopie – gesund, vererbt 50 % Risiko.
  • Affected / PRCD/PRCD: Zwei Kopien – wird erkranken (auch wenn noch symptomfrei).
Ein Clear-Test schützt nur vor prcd-PRA – andere (sehr seltene) PRA-Formen sind beim Aussie bisher nicht nachgewiesen.

Zuchtempfehlungen – einfach & effektiv 🛡️

Da der Test so gut funktioniert, gilt die klare Regel (ASHGI & internationale Zuchtvereine):
  • Betroffene (PRCD/PRCD): Nicht züchten.
  • Träger (N/PRCD): Nur mit Clear-Partner verpaaren → Alle Welpen werden entweder clear oder Träger (keine betroffenen Welpen).
  • Clear (N/N): Frei verpaarbar.
Mit konsequentem Testing kann PRA-prcd in wenigen Generationen aus der Rasse verschwinden – beim Aussie ist man bereits sehr weit (Trägerrate sinkt stetig).

Quellen & weiterführende Infos 📚

  • ASHGI: PRA / prcd beim Australian Shepherd
  • Embark Genetic Health Testing Data (2024): PRA-prcd bei Aussies
  • PMC / NIH Studien (2023): Genotypic frequencies of PRCD in Italian dogs (inkl. Aussie-Daten)
  • MDPI Genes (2023): Global Frequency Analyses of prcd-PRA
  • VGL UC Davis: Progressive Rod-Cone Degeneration (PRA-prcd)
Stand: Februar 2026. Bei Sehstörungen immer einen Fachtierarzt (Augentierarzt) konsultieren.
 

— Ads —

Kommentar hinterlassen